Der Bootskorso auf dem Schwielochsee gehört für Einheimische wie Urlaubsgäste zu den festen Punkten im Veranstaltungskalender. Wenn es vor zwei Jahren einen coronabedingten Ausfall gegeben hatte, so sind sich die Akteure um Frank Graßmel vom Fremdenverkehrsverein Schwielochsee sicher, dass in diesem Jahr wieder viele Teilnehmer auf dem Wasser und Gäste an Land zu erwarten sind.
Im vergangenen Jahr waren rund 50 Boote beim Korso dabei, diesmal könnten es 70 werden, die Mitgestalter dieses einzigartigen Events sind – schätzt Frank Graßmel ein.
Dafür müssen keine Einladungen verschickt werden. „Die Bootsbesitzer wissen, dass der Korso am ersten Wochenende im August stattfindet und halten sich diesen Termin schon frei“, weiß er aus Erfahrung. In diesem Jahr gibt es keine pandemiebedingten Auflagen für die Teilnehmer – es ist eine Veranstaltung an frischer Seeluft.

Höhenfeuerwerk ist der traditionelle Höhepunkt des Bootskorsos

So hofft der Fremdenverkehrsverein als Veranstalter auch auf gute Besucherzahlen am Goyatzer Ludwig-Leichhardt-Ufer. „Mit den Eintrittsgeldern wird schließlich auch das Höhenfeuerwerk, der traditionelle Höhepunkt des Bootskorsos, finanziert“, erklärt der langjährige Organisator. Für die Sicherheit beim Feuerwerk auf dem Wasser sorgt die freiwillige Feuerwehr, die auch mit einem Boot am Korso teilnimmt.

Goyatz

Leider sei es bisher nicht gelungen, die Fahrgastschifffahrt wieder auf dem Schwielochsee zu etablieren. Traditionell hatte das Schiff den Bootskorso über den kleinen und großen Schwielochsee angeführt. Im vergangenen Jahr gab es kein Schiff an der Spitze. „Deshalb wird in diesem Jahr der See- und Yachtclub Goyatz ein Führungsboot stellen“, erklärt Frank Graßmel.

Touristisches Angebot mit Alleinstellungsmerkmal

Vom Kaffenkahn aus hatten im Jahr 2013 die Gäste einen besonders schönen Blick auf den Schwielochsee und die anderen Teilnehmer des Korsos.
Vom Kaffenkahn aus hatten im Jahr 2013 die Gäste einen besonders schönen Blick auf den Schwielochsee und die anderen Teilnehmer des Korsos.
© Foto: Ingrid Hoberg
Gern erinnert er sich noch daran, dass im Jahr 2013 der Kaffenkahn „Concordia“ den Bootskorso angeführt hatte. Das war ein einmaliges Ereignis – der historische Lastensegler hatte zwar eine Zulassung als historisches Wasserfahrzeug für Bundesgewässer, bekam diese aber nicht vom Landesamt für Bauen und Verkehr in Hoppegarten.
Es war damals ein Verein Kaffenkahn „Ludwig Leichhardt“ gegründet worden – mit der Stadt Beeskow „im Boot“. Ziel war es, ein touristisches Angebot mit Alleinstellungsmerkmal in die Region zu holen. Immerhin hatte der Kaffenkahn in seiner ersten und einzigen Saison rund 1000 Gäste befördert, wie bei einer Mitgliederversammlung des Vereins festgestellt worden war.
Ein junger Mitarbeiter der Tourismus-Entwicklungsgesellschaft Lieberose/Oberspreewald (TEG) hatte damals extra eine entsprechende Ausbildung absolviert. Als Zwischenlösung war die Betreibung des Kaffenkahns auf dem Schwielochsee als Vereinsfahrten geduldet worden. Die „Concordia“ hatte Schiffbau-Ingenieur Peter Alker nach dem Original, das sich im Technik-Museum Berlin befindet, nachgebaut. Aktuell kämpfen die Touristiker um ein neues Fahrgastschiff, das die in der Vergangenheit so beliebten Fahrten über den Schwielochsee wieder aufnehmen kann.

Die neue Seebühne hat sich schon etabliert

Frank Graßmel vom Fremdenverkehrsvereins ist dankbar und voller Anerkennung, dass sich so viele in die Vorbereitung und Realisierung des einmaligen Ereignisses am und auf dem Schwielochsee einbringen – dem Bootskorso mit Höhenfeuerwerk.
Und Rainer Hilgenfeld, Bürgermeister der Gemeinde Schwielochsee (Landkreis Dahme-Spreewald), freut sich, dass sich die Seebühne, die erst im vergangenen Jahr eingeweiht worden war, etabliert hat. Schließlich gibt die Gemeinde finanzielle Unterstützung. Beispielsweise hatte das Kunstfestival „Aquamediale 15“ eine Preview-Aktion am Sonnabend vor dem Bootskorso auf der Seebühne gestartet – unter anderem mit der Band Keimzeit.

Das Wichtigste auf einen Blick

42. Bootskorso auf dem Schwielochsee mit einem Veranstaltungsprogramm auf der Seebühne Goyatz: Freitag, 5. August, ab 19 Uhr Disko mit DJ RenDee (Eintritt frei).
Samstag, 6. August, ab 18 Uhr Einlass, Livemusik mit der PrimeTime-Band, anschließend Disko mit DJ RenDee. Eintritt 10 Euro, für Kinder bis 14 Jahre frei. Für die kleinen Gäste gibt es eine Hüpfburg.
Food Truck wird mit Fisch-, Eis- und Getränkewagen vor Ort sein. Parken können Besucher auf den Stellplätzen an der Schule, am Kindergarten und am Bahnhof.
Um 19.30 Uhr sammeln sich am Samstag die Boote im Hafen des See- und Yachtclubs Goyatz. Gegen 22 Uhr beginnt das Höhenfeuerwerk, das von Feuerwerke Kürbs aus Pirna gezündet wird. ihg