Der noch geltende Gefahrenabwehrbedarfsplan der Stadt Friedland stammt aus dem Jahr 2007. Grob gefasst besteht die bisherige Feuerwehrstruktur aus dem Löschzug 1 mit den Löschgruppen Friedland, Leißnitz und Pieskow sowie dem Löschzug 2 mit den Löschgruppen Groß Muckrow, Weichensdorf und Günthersdorf. Wie in vielen Freiwilligen Feuerwehren Brandenburgs ist auch in Friedland und seinen Ortsteilen die Tageseinsatzbereitschaft an den Werktagen immer schwieriger zu gewährleisten.
Ein Grund dafür ist, dass die Arbeitsplätze der Feuerwehrleute immer öfter außerhalb der Alarm-Reichweite liegen. Mit der Erstellung des neuen Gefahrenabwehrbedarfsplans hat die Stadt den Feuerwehr-Fachmann Hans Roy beauftragt. Er hatte in einer Analyse des vergangenen Einsatzgeschehens herausgefunden, dass von den 182 Aktiven des Löschzugs 1 tagsüber an Arbeitstagen statistisch gesehen nur zwischen sieben und neun einsatzfähig sind. Im Löschzug 2 sieht es noch schlechter aus: Von den 228 Aktiven stehen an Arbeitstagen tagsüber statistisch nur zwischen fünf und sieben Einsatzkräfte zur Verfügung.
Die im Entwurf vorgeschlagene  neue Struktur hat zum Ziel, die Kräfte an "fahrzeugführenden" Standorten zusammenzufassen, sodass immer genügend Einsatzkräfte zu pro Fahrzeug zusammen kommen. Standorte mit Fahrzeugen sind künftig Friedland, Groß Muckrow, Leißnitz, Pieskow, Reudnitz, Weichensdorf, Klein Briesen und Oelsen. Diese Standorte werden von den Ortswehren ohne eigenes Fahrzeug bei Einsätzen unterstützt.
Bei zwei unangekündigten Probealarmen, die bereits die neue Struktur zur Grundlage hatten, hat sich nach Ansicht von Friedlands Bürgermeister Thomas Hähle das Konzept bewährt. Bei einem "Brand in der Waldsiedlung" am 15. März erschienen 14 Minuten nach dem Alarm Wehren aus Friedland und Groß Muckrow mit insgesamt 13 Kräften, 23 Minuten nach dem Alarm waren 30 Mann vor Ort. Bei einem "Gasaustritt in der Biogasanlage Friedland" am 21. März waren neun Minuten nach dem Alarm fünf Kräfte aus Friedland vor Ort und 21 Minuten nach Alarm insgesamt 22 Einsatzkräfte.
Für Friedland und einen drei Kilometer großen Radius darumherum ist vorgesehen, dass in 75 Prozent der Fälle ein Löschfahrzeug mit fünf Funktionsträgern an Bord innerhalb von zehn Minuten am Einsatzort ist. Für die Gebiete außerhalb des "Citybereichs" ist vorgesehen, dass in 70 Prozent der Fälle ein Feuerwehrfahrzeug, besetzt mit vier Funktionsträgern, spätestens 17 Minuten nach dem Alarm am Einsatzort erscheint.
Der neue Gefahrenabwehrbedarfsplan wird am 4. April in der Stadtverordnetenversammlung der Öffentlichkeit präsentiert.