Rund eine Woche nach dem Ausbruch des Waldbrandes in der Lieberoser Heide ist das Feuer aus. Glutnester glimmen aber weiter im Boden des Moorgebietes.
Der Landkreis Dahme-Spreewald hob am Samstag die Großschadenslage auf. Damit wird die übergeordnete Koordination beendet und die Zahl der Einsatzkräfte stark zurückgefahren. Die Lage sei stabil, teilte der Landkreis am sechsten Einsatztag mit. Die Flammen seien aus. Die Zahl der Feuerwehrkräfte wurde stark zurückgefahren auf um die 20, wie die Sprecherin des Kreises sagte.
Rund 1000 Kräfte waren nach Behördenangaben seit Ausbruch des Brandes im Einsatz. Eine Fläche von 90 Hektar war von dem Feuer betroffen - eine Größe von etwa 125 Fußballfeldern.
Waldbrand in der Lieberoser Heide
Waldbrand in der Lieberoser Heide
© Foto: Christoph Lohse
„Die Glutnester werden die Feuerwehr noch über die nächsten Wochen beschäftigen“, sagte Kreisbrandmeister Christian Liebe laut Mitteilung. Die kleinen Glutnester im Moor seien weiter aktiv und das Gelände sei mit starker Hitze belastet. Es brenne unterirdisch in 15 bis 20 Zentimetern Tiefe. Moorbrände sind Liebe zufolge auch kaum löschbar. Eine Durchwässerung sei daher kaum möglich. „So viel Wasser können wir gar nicht herschaffen.“
Landrat Stephan Loge (SPD) sagte: „Mit Blick auf die nächsten Großwetterlagen wird meine Sorge um die Lieberose Heide nicht weniger.“ Große Trockenheit kann die Gefahr von Waldbränden wieder erhöhen.

So verlief der Waldbrand in der Lieberoser Heide

Die Lage in dem mit Munition belasteten Waldbrandgebiet in der Lieberoser Heide hatte sich am Freitag deutlich entspannt. Eine weitere Ausbreitung des Brandes auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz werde nicht erwartet, teilte der Kreis mit. Zwar sei nach den neuesten Messflügen eine Fläche von 90 Hektar betroffen. Aber es gebe keine Flammen mehr. Kleine Glutnester im Moor seien jedoch weiter aktiv.
Am Freitag sollte die Brandbekämpfung vom Boden aus erfolgen. Während der Löscharbeiten der vergangenen Tage habe die Feuerwehr 3000 bis 4000 Liter Wasser pro Minute in das Gebiet gepumpt - so viel wie noch bei keinem Waldbrand vorher, teilte er Landkreis mit. Wiederholt loderten in früheren Jahren auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz große Feuer.

Wind erschwerte am Mittwoch die Löscharbeiten

Am Mittwoch hatte Wind die Löscharbeiten noch erschwert. Zudem können die Einsatzkräfte das betroffene Gebiet nicht betreten, da es mit Munition belastet ist. Der Brand kann laut Feuerwehr nur von freigegebenen Wegen aus gelöscht werden. Am Donnerstagabend waren nach Angaben des Landkreises rund 180 Feuerwehrkräfte und 30 Fahrzeuge im Einsatz. Auch mit Hilfe von Drohnen wurde die Lage beobachtet.
Ein Hubschrauber tankt Löschwasser zur Bekämpfung des Waldbrands im ehemaligen Truppenübungsplatz.
Ein Hubschrauber tankt Löschwasser zur Bekämpfung des Waldbrands im ehemaligen Truppenübungsplatz.
© Foto: Christian Guttmann
Durch den Rauch kam es auch zur Geruchsbelästigung im Bereich Schlaubetal und Eisenhüttenstadt. Es bestehe aber keine Gefahr für die Anwohner, sagte die Feuerwehr. Der Geschäftsführer der Stiftung Naturlandschaften Brandenburg, Andreas Meißner, befürchtet durch den Waldbrand dauerhafte Schäden für schützenswerte Tiere und Pflanzen. Betroffen ist ein Moorgebiet auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz Lieberoser Heide nördlich von Cottbus.

Bundespolizei unterstützt mit Löschhubschrauber die Feuerwehr

Löschhubschrauber der Bundespolizei unterstützen weiterhin aus der Luft. Dafür wird Wasser aus dem Großen Ziestesee, Teerofensee und Byhlener See entnommen. Dabei wird der Wasserstand der Seen kontrolliert. Einige der Seen seien munitionsbelastet und dürften nicht zu viel Wasser verlieren.
Die Feuerwehr kämpfte am Mittwoch den dritten Tag in Folge gegen den Waldbrand. Am Dienstagabend waren es laut Behörde noch rund 50 Hektar. „Regen würde helfen“, sagte die Sprecherin des Landkreises. Am Mittwoch gab es in dem Gebiet keinen Niederschlag.

Cottbus/Lieberose

Am Mittwochmorgen berichtete die Leitstelle Lausitz, mehr als 260 Feuerwehrkräfte seien im Einsatz gewesen. Der Brand in einem Moorgebiet in der Lieberoser Heide war am Montag ausgebrochen. Die Löscharbeiten gestalten sich auch wegen der andauernden Trockenheit schwierig.

Polizei prüft, ob Feuer durch Brandstiftung entstanden sein könnte

Die Polizei prüft auch, ob der Waldbrand durch fahrlässige oder vorsätzliche Brandstiftung entstanden sein kann. Konkrete Erkenntnisse dazu gebe es nicht, sagte eine Sprecherin der Polizeidirektion Süd.
Der Geschäftsführer der Stiftung Naturlandschaften Brandenburg, Andreas Meißner, befürchtet durch den Waldbrand in der Lieberoser Heide dauerhafte Schäden für schützenswerte Tiere und Pflanzen. „Das, was dort passiert, tut mir in der Seele weh“, sagte der Moor-Experte in Potsdam. Es gingen Lebensraum für seltene Pflanzen und Tierarten sowie Jahrhunderte alte Moor-Geschichte verloren. „Das ist ein absolut schmerzlicher Verlust auch für mich persönlich.“
Die Stiftung Naturlandschaften Brandenburg sichert nach eigenen Angaben vier ehemalige Truppenübungsplätze für den Naturschutz, unter anderem eine 3.150 Hektar große Fläche in der Lieberoser Heide. Dort brennt es in einem Moor-Gebiet.

Seit Montag brennt es in der Lieberoser Heide

Seit Montagabend brennt in der Lausitz, nördlich von Cottbus, eine Fläche von rund 30 Hektar. Am Dienstagvormittag hatte die Einsatzleitung noch von einem 13 Hektar großen Brandgebiet gesprochen. Es handelt sich laut Landkreis um Moorgebiet. Landrat Stephan Loge, der sich selber ein Bild von der Lage machte, sagte: „Erfahrungen der letzten Jahre zeigen uns, dass das Feuer durch die Unwägbarkeiten und die hohe Trockenheit heimtückisch ist.“ Im Sommer 2019 hatte die Feuerwehr tagelang gegen einen Waldbrand in der Lieberoser Heide - rund 30 Kilometer nördlich von Cottbus - gekämpft. Derzeit gilt im Kreis Dahme-Spreewald die Waldbrand-Warnstufe 4 - die zweithöchste.

Brandenburgs Agrarminister Vogel betonte im RBB-Inforadio am Dienstag die Bedeutung des Waldumbaus. Noch immer gebe es 80 Prozent Kiefernwälder. „Laubbäume reinbringen ist das Gebot der Stunde.“ Insgesamt 600 000 Hektar Nadelwald müssten umgebaut werden, derzeit seien es aber weniger als 5000 Hektar pro Jahr. Das reiche nicht. Der Umbau müsse wegen des Klimawandels innerhalb einer Generation geschafft werden, sagte Vogel „Sonst haben wir vielleicht bald keine Wälder mehr in Brandenburg.“ Insgesamt hat Brandenburg mehr als eine Million Hektar Waldflächen.

Touristen sollten Lieberoser Heide meiden

Der sich immer noch ausbreitende Brand in der Lieberoser Heide hat auch Auswirkungen auf den Tourismus in der Region. Auf Nachfrage dieser Zeitung sagt Jana Lopper, TEG-Geschäftsführerin der Tourismus-Entwicklungsgesellschaft Lieberose/Oberspreewald (TEG): „Es gibt erhebliche Einschränkungen.“ So kann aktuell der Leichhardt-Trail nicht genutzt werden. Die bei Wanderern und vor allem Radfahrern beliebt Verbindung zwischen Cottbus und dem Schwielochsee tangiert den brennenden Teil der Lieberoser Heide.
Vor allem könne „Rampe 6“ nicht passiert werden, weil dieser Bereich von der Feuerwehr genutzt werde, so Lopper. Die TEG empfiehlt auch den Wildnis-Pfad und überhaupt die Region um Butzen zu meiden, damit die Feuerwehren dort ihren Job machen können.
Erholung beim Wandern oder Radfahren ist weiterhin möglich. „Beispielsweise bieten sich die Naturlehr- und Erlebnispfade am Mochowsee an“, sagt Lopper.