Größte Ausgabeposition des Kreises ist dabei die Anschaffung von Masken, Desinfektionsmitteln und Schutzanzügen. Mengenangaben machte Michael Buhrke zwar nicht, erklärte aber, dass man sich nicht zuständigkeits- sondern bedarfsorientiert bevorratet habe. Soll heißen, bei künftigen Pandemien kann der Kreis bei der Ausstattung von Senioreneinrichtungen und Krankenhäusern aushelfen, wenn dort Schutzmaterialien fehlen sollten. Für die Bevorratung und für die Entsorgung bestimmter Abfälle sowie die Versorgung des Katastrophenschutzstabes wurden knapp 375 000 Euro ausgegeben. Außerdem entstanden zusätzliche Personalkosten für die Nachverfolgung von Infektionsketten und durch die Corona-Testzentren. Rund 1500 Euro hat der Kreis für Corona-Tests bezahlt.
Da unter 300 000 Euro liegend, sind die Ausgaben im Zusammenhang mit der Afrikanischen Schweinepest eigentlich nicht durch den Kreistag zustimmungspflichtig. Die Verwaltung legte dennoch Zahlen vor. Für die Anschaffung von Schutzzäunen und Ausrüstungen sowie die Abfallentsorgung im Zusammenhang mit der ASP sind bislang rund 145 000 Euro investiert worden. Mit 13 600 Euro schlagen die sechs Schweinefanggitter und dazugehörigen Fangüberwachungsanlagen zu Buche. 35 200 Euro hat der Kreis als Zuschuss an die Direktvermarkter von Wildschweinfleisch überwiesen. Ein durchlaufender Posten ist die "Erlegungsprämie für Schwarzwild". 65 000 Euro, die vom Land kommen, sind an die Jäger zwischen Oder und Spree gezahlt worden.
Die Corona-Krise hat auch die Arbeitsweise in der Kreisverwaltung beeinflusst. In vielen Verwaltungsbereichen ist heute auch Homeoffice möglich. Damit dies technisch funktioniert, hat der Kreis mehr als 60 000 Euro für Headsets, Smartphones und Webcams ausgegeben. Zusätzliches Geld wurde für Softwareprogramme benötigt.

Notstromversorgung geplant

Um die Arbeitsfähigkeit der Verwaltung zukunftssicherer zu machen, schlägt der Kreis eine weitere Investition vor. Für knapp 600 000 Euro soll eine Notstromanlage für das Landratsamt aufgebaut werden. Derzeit habe man eine Art Batteriepuffer, das bei einem Stromausfall ein geordnetes Herunterfahren der Systeme ermögliche, so Buhrke. Das sei beim Aufbau der IT-Zentrale so beschlossen worden. Mittlerweile aber hätten sich die Arbeitsweisen geändert, sei die Digitalisierung immer weiter vorangeschritten. Heute sei keine Auszahlung mehr ohne Computer möglich. Deshalb müsse man die Notstromversorgung modernisieren.
Wie sich die aktuellen Krisen auf die finanzielle Situation des Kreises auswirken, bleibe abzuwarten, so Buhrke. Die Notwendigkeit eines Nachtragshaushaltes sieht er für dieses Jahr nicht. Die finanziellen Folgen werden den Kreis zeitversetzt, vielleicht 2022/23 erreichen, so der Finanzdezernent.