Rund 300 Plastiken lagern im Speicher des Kunstarchivs an der Spree. Bei der Inventur sei aufgefallen, wie viele Werke von Künstlerinnen seien, erklärte Angelika Weißbach, Kuratorin der Schau. "Und das, obwohl die Bildhauerei als Männerdomäne gilt", ergänzte Kristina Geisler vom Kunstarchiv. So entstand die Idee zur Ausstellung.
Kunst von Frauen - um diese zu sehen waren Ines Aubel und Ralf Bohn spontan aus Berlin gekommen. "Viele Künstlerinnen sind unbekannt und werden nicht so oft gezeigt, wie es ihnen gebührt", findet Ralf Bohn. Er selbst ist ein großer Liebhaber der Werke von Käthe Kollwitz.
Auch wenn deren Plastiken nicht im neuen hellen Raum der Burg - die dunklen Balken wurden weiß gestrichen - zu finden sind, so gibt es viele andere Künstlerinnen zu entdecken. Die Ausstellung ist chronologisch aufgebaut. Während im vorderen Bereich Werke von Frauen ausgestellt sind, die um die Jahrhundertwende geboren wurden und in der Weimarer Republik gelernt haben sind im hinteren Teil Künstlerinnen zu finden, die in den 1930er- und 40er-Jahren zur Welt gekommen sind und an Kunsthochschulen in der DDR studierten beziehungsweise als Autodidaktinnen in den Künstlerverband aufgenommen wurden. Einzige Ausnahme: Bozenna Biskupska - die Jüngste in der Schau und zudem Polin.
Generationsunterschiede sind in der Ausstellung allgegenwärtig. Die Bronze "Mutter" beispielsweise von Gertrud Classen zeigt charakteristisch das Motiv einer alten Bäuerin. Wie anders wirkt hingegen die Plastik "Alla" von Carin Kreuzberg, die aus Beton gearbeitet ist. Der Fokus bei "Alla" liegt auf dem Individuum und zeigt eine ausdrucksstarke Frau. Gerhard Hoffmann war aus Frankfurt zu der Schau gekommen. Er kannte die Plastiken bereits aus dem Archiv, sie nun im Raum stehen zu sehen, erfüllte ihn mit Freude: "Plastiken wirken nur im Licht. Sie werden erst erlebbar, wenn man um sie herumgehen kann."
In der Ausstellung ebenfalls vertreten: Jenny Mucchi-Wiegmann, Ruthild Hahne, Ingeborg Hunzinger, Lore Plietzsch, Birgit Horota-Müller, Regina Fleck, Dorothee Rätsch, Sabina Grzimek, Emerita Pansowova, Monika Hamann und Anna Franziska Schwarzbach.
"Bildhauerinnen!" bis 10.9. von Di-So 9-19 Uhr; Eintritt: 3,50 Euro