Der Versammlungsraum der Gemeindeverwaltung war am Dienstagabend gut gefüllt. Mehrfach mussten zusätzliche Stühle in den Raum getragen werden. Als Jochen Mangelsdorf, Vorsitzender der Gemeindevertretung, die Sitzung eröffnen wollte, dauerte es ein wenig, bis schließlich Ruhe eingekehrt war – die jedoch nicht lange anhielt.
Die Regelbauwerke der Kossenblatter Seen gehören noch immer zu den heiklen Thema in der Gemeinde. Im vergangenen Jahr sorgten zwei Schwäne, die in der Schleusenkammer festsaßen, und ein bereits verendeter Jungschwan für Schlagzeilen, weil die Freiwillige Feuerwehr Görsdorf anrücken musste, um die Tiere zu befreien. Eine Lösung gibt es noch immer nicht.
Regelbauwerke marode
Als Bürgermeister Gerd Mai davon sprach, dass ein Sanierungskonzept stehe, widersprach Gemeindevertreter Lars Reinicke sofort und bat, das Problem im Rahmen einer Fachplanung zu betrachten und Fördergelder zu beantragen. Auch Thomas Kläber regte an, zu warten, bis die Stellungnahmen der genehmigenden Behörden eingegangen seien: "Auf die zwei bis drei Wochen kommt es nun auch nicht mehr an." Der ehemalige Ortsvorsteher Eberhard Krüger und auch Lars Reinicke drängen seit etwa 15 Jahren auf eine Lösung des Problems und verweisen darauf, dass der Eigentümer der Seen, die Gemeinde, endlich etwas unternehmen müsse.
Der Grundsatzbeschluss "Vorkaufsrechtssatzung Uferweg an der Spree" kam nicht zur Beschlussfassung. Gerd Mai sagt: "Schon 2012 wurde dazu beraten und die Idee verworfen. Für die Anwohner, deren Grundstücke direkt an die Spree grenzen, bedeutet der Beschluss einen Wertverlust ihres Grundstücks." Auch könne es sein, dass die Eigentümer dann gegen die Gemeinde klagen, ähnlich wie in Potsdam. Der Bürgermeister schätzt die Umsetzung des Beschlusses für die Gemeinde Tauche als nicht realisierbar ein und  empfiehlt, die Vorverkaufssatzung nicht zu beschließen. Auch zu diesem Thema entwickelte sich schnell eine lebhafte Diskussion, denn viele befürworten den freien Zugang – der aber auch ohne Beschluss durchsetzbar ist. "Ein Zugang zum Ufer kann jederzeit über den Naturschutz und das Waldgesetz durchgesetzt werden", argumentiert Lars Reinicke. Auch Jochen Mangelsdorf meldet sich zu Wort: "Die Grundstücke sind seit vielen Jahren im Besitz der Familien, nicht wie in Potsdam, wo sich ein paar Wohlhabende teure Villen gekauft haben." Thomas Kläber unterstützt die freie Begehbarkeit der Uferstreifen, jedoch nicht auf Biegen und Brechen. Auf seinen Antrag hin wird der Beschluss in den Umweltausschuss überwiesen.
Im Rahmen der Sitzung hieß es auch Abschied nehmen – von der Schiedsperson der Gemeinde, Christine Richter aus Trebatsch. Bürgermeister Gerd Mai und Jochen Mangelsdorf bedankten sich für die geleistete Arbeit mit einem Blumenstrauß. Im Jahr 2016 hatten sich bei einer anonymen Wahl sowohl Christine Richter als auch ihre Stellvertreterin Isabell Wilde, Erzieherin in der Kita "Lindennest", gegen drei weitere Kandidaten durchgesetzt.
Letztere wählten die Anwesenden in Abwesenheit zur neuen Schiedsperson der Gemeinde. Als Stellvertreter bewarben sich wiederum fünf Kandidaten. Nach anonymer Wahl hat sich die Lehrerin Elke Damm aus Mittweide durchgesetzt. Die Rentnerin arbeitet mit Kindern in Wohnprojekten.