Wolfgang Heine lächelt. Das hätte er auch nicht gewusst, gibt er unumwunden zu. Dafür weiß er jede Menge andere Dinge über Wellensittiche. Dass sie aus Australien stammen und 21 Tage brüten zum Beispiel oder dass die Grundmaße eines Vogelkäfigs 50 cm x 40 cm x 30 cm sein müssen. Zudem erklärt er, wie man Weibchen von Männchen und Jungtiere von älteren Tieren unterscheiden kann - nämlich am Schnabel (das Alter) und an der Nasenhaut in kniffeligen Fällen zudem an den Beinchen (das Geschlecht).
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Seit zehn Jahren beschäftigt sich der 76-jährige gelernte Heizungsmonteur mit den bunten Tieren - zunächst für den "eigenen Bedarf", wie er sagt. Seine ersten beiden Wellensittiche waren gelb und grün. Vor etwa anderthalb, zwei Jahren hat er dann mit der Hobbyzucht angefangen. Derzeit flattern zwölf Jungvögel und sechs Zuchtpaare, also insgesamt 24 Wellensittiche in einer großen Voliere auf dem Grundstück von ihm und Ehefrau Rosi umher. Weiße, blau-weiße, gelbe und insbesondere gelb-grün-weiß-gescheckte Exemplare sind zu beobachten. Bei der Farbe orientiert sich Wolfgang Heine an der Nachfrage. "In diesem Jahr sind gelb-grün-weiß-gescheckte sehr beliebt", erzählt er. Ob er selbst eine Lieblingsfarbkombination hat? Er schüttelt den Kopf. "Ich habe sie alle gerne", sagt er, "entscheidend ist, dass sie gesund sind."
Um das zu begünstigen, lässt er seine Paare nicht viermal, sondern möglichst nur dreimal brüten. Dann seien sie kräftiger, erklärt der gebürtige Beeskower. Zu Jahresbeginn überlegt er sich immer, welche Exemplare zusammenpassen könnten. Nach acht Tagen gemeinsam in einem separaten Vogelkäfig gehen diese eine Partnerschaft ein. Zwischen Ende Februar und Anfang März hängt Wolfgang Heine dann Brutkästen auf. Es dauere etwa 21 Tage, bis aus den Eiern kleine Vögelchen schlüpfen würden, berichtet er. Pro Brut gebe es im Durchschnitt vier, fünf Jungtiere. Etwa 30 Wellensittiche verkauft er im Jahr - direkt und im Mini-Zoo in Beeskow.
"Die Jungenaufzucht ist sehr wichtig", sagt der Hobbyzüchter. Auch deswegen wählt er sein Futter sorgsam aus. Rote Kolbenhirse sei für Wellensittiche ein Leckerbissen, im Sommer Vogelmiere, ab und an Hafer für die Verdauung, Hirse und Sonnenblumen und zudem Ei und getoastetes Brot. Mindestens eine Stunde täglich widmet er sich seinen Tieren.
Doch nicht nur Wellensittiche sind sein Metier, sondern auch Brieftauben. "Mit Brieftauben hat alles angefangen", erzählt Rosi Heine. Von Kind an habe sich ihr Ehemann mit den Tieren beschäftigt, fügt sie an. Heute leben 52 von ihnen in zwei Volieren ebenfalls auf dem Grundstück der Rentner. Sie seien schmackhaft und zudem sehr gesund, erklären die beiden.