Im Fokus stand, wie sich Lokalzeitungen wie die MOZ weiterhin als wichtiges Medium für die Leser behaupten können. „Wir sind gehalten, uns neue Modelle zu überlegen, um den Journalismus weiter finanzieren zu können“, sagte Liesegang angesichts der aktuellen Entwicklung in der Branche. Eine Idee könne etwa sein, die Zeitung nicht mehr täglich herauszugeben. Auch ein Modell, die Zeitung zumindest als E-Paper individuell auf die Bedürfnisse der Leser zuzuschneiden, sei denkbar.
Bürgermeister Frank Steffen wollte von Liesegang wissen, ob es von Lokalzeitungen ein Fehler gewesen sei, lange Zeit Artikel kostenlos im Internet anzubieten. „Wir müssen uns bewusst machen, dass wir nicht so weitermachen können wie bisher“, sagte der Chefredakteur. Gleichzeitig kündigte er an, die Bezahlschranke bei der MOZ zu ändern: Lokale Geschichten, die online exklusiv angeboten werden, sollen in Zukunft etwas kosten. 
Beim Thema Fake News fand Liesegang klare Worte: „Das ist momentan die größte Herausforderung unserer Zeit“, machte er angesichts von verbreiteten Falschmeldungen im Internet deutlich. Gleichzeitig betonte er, dass Zeitungen von der Devise, dass nur negative Nachrichten berichtenswert seien, wegkommen müssten: „Das halte ich schlichtweg für falsch.“
In der anschließenden Diskussionsrunde wollte Besucherin Karolin Ring wissen, warum man nicht einfach auf den Mantelteil verzichte, wenn der Lokalteil der Hauptgrund für den Kauf der Zeitung sei: „Analysen haben gezeigt, dass das die Leser irritieren würde“, so Liesegang. Sie erwarten demnach ein komplettes Produkt.
Warum man in der Zeitung Kommentare und Leserbriefe weiterhin abdrucke, hakte Claudia Laue nach. „Wir wollen mit der Meinung einen Impuls von außen geben, sich mit einem Thema intensiver auseinanderzusetzen“, sagte Liesegang.
Dass er der Zeitung durchaus einen Bildungsauftrag zuschreibe, betonte Landrat Rolf Lindemann zum Schluss der gut zweistündigen Veranstaltung: „Ich finde sie ungeheuer wichtig, um Urteilsfähigkeit herzustellen.“ Dem widersprach Liesegang nicht. Allerdings wolle man als Medium nicht als Besserwisser auftreten, sondern mit dem Inhaltsangebot die Möglichkeit geben, sich selbst eine Meinung zu bilden.(lb)