Während Bürgerinitiativen aus Mixdorf sowie Raßmannsdorf, Görzig, Neubrück und Sauen den letzten Tag nutzen, um persönlich ihre Stellungnahmen bei der Regionalen Planungsstelle in Beeskow abzugeben und damit ihre Ablehnung gegen die geplanten Windeignungsgebiete dokumentierten, hat sich die Schneeberger Bürgerinitiative darauf geeinigt, das öffentliche Verfahren zu boykottieren. Ihre Begründung: "Die Regionale Planungsstelle ist von unserer Landesregierung mit Bevollmächtigungen, Verordnungen, Kriterien und Verfügungen so ausgerüstet, dass Bürger mit ablehnender Haltung gegenüber Windkraftanlagen keine Chance haben, sich ernsthaft zu wehren ... Wir werden gedemütigt, in dem man uns generell mit Gegnern erneuerbarer Energien gleichsetzt und uns somit in der breiten Öffentlichkeit ans rückständig, dumm und neidisch vorführt." Die Bürgerinitiative misstraut der Regionalen Planungsgemeinschaft (RPG), erklärt sie für befangen und zweifelt an einem fairen Beteiligungsverfahren. Nahrung für diese Auffassung gibt ein Gutachten der Firma Loscon, die Interesse an dem Windeignungsgebiet Schneeberg 50 hat. Aufgrund dessen ist das bereits kassierte Gebiet wieder in den 3. Planentwurf aufgenommen worden, weil nun angeblich kein Weißstorch hier geschützt werden müsse. "Peinlicher geht es nicht", findet die Bürgerinitiative, die von Mathias und Andreas Gurtz, Tobias Bock und Rudolf Richter unterzeichnet ist.
Rund 1730 Stellungnahmen, davon 1500 von einzelnen Bürgern, sind bei der Regionalen Planungsstelle in Beeskow bis zum 8. Juni eingegangen. "Am Freitag, am letztmöglichen Tag, erreichte uns noch einmal eine Flut von Stellungnahmen", sagte Wolfgang Rump, Leiter der Regionalen Planungsstelle, in der Sitzung des Regionalvorstandes am Montag in Beeskow. Diese seien in den Zahlen noch nicht enthalten. Nach einer ersten Übersicht schätzte Rump ein, dass im dritten Anlauf der jetzige Entwurf des Teilregionalplanes "genehmigungsfähig" sei. Es gebe auch bei Privaten Zustimmung, sagte Rump. Diese würde in der Öffentlichkeit aber kaum wahrgenommen, weil sie nicht so lautstark aufträten wie Initiativen, die sich gegen Windeignungsgebiete aussprächen.
Sowohl die Stadt Frankfurt (Oder) als auch die Kreise Oder-Spree und Märkisch-Oderland (Gebiet der RPG) hätten dem Entwurf zugestimmt, weil man damit den energiepolitischen Zielen Brandenburgs ein Stück näher käme. Dagegen hätten sich Naturschutzverbände ausgesprochen, der Landesjagdverband lehne grundsätzlich Windkraft im Wald ab.
Rump wird nicht müde, zu erklären, dass die geordnete Ausweisung von Windeignungsgebieten nach strengen Kriterien Pflicht nach Baugesetzbuch, Paragraf 35, sei. Ansonsten hätten Investoren freies Spiel und das Recht, überall zu bauen.
Der neue Entwurf weist 33 neue Windeignungsgebiete auf 1,6 Prozent der Gesamtfläche aus. Auf dem Terrain der RPG stehen bereits und 400 Windräder, 28 Anlagen seien nach dem alten Teilregionalplan von 2004 noch genehmigt worden, so Rump.
Nach der Sichtung und Dokumentation aller Stellungnahmen werde ein Satzungsentwurf für die Regionalversammlung erarbeitet, bevor die Genehmigungsphase für einen rechtskräftigen Teilregionalplan eingeleitet werde, der den von 2004 ablöse..