Wer bei den Einheimischen Eindruck schinden will, sollte den See nicht Grubensee oder Tiefer See sondern einfach nur Tiefsee nennen. "Der Tiefsee ist der schönste See in Deutschland - mit Abstand", sagt Petra Schmidt und lacht. Jeden Morgen um 7 Uhr dreht sie eine Runde in dem See vor ihrer Haustür. Die Begeisterung fürs Wasser hat sie von ihrer Mutter. Als diese 1946 als Geflüchtete in die Region kam, nutzten die Einheimischen ihn kaum zum Schwimmen. Vor 1945 habe er als Trinkwasserreserve für Berlin gedient, weiß die 65-Jährige von ihrer Mutter zu berichten. Verwundert ist sie darüber nicht, ist der See doch glasklar mit einer Sichttiefe von bis zu vier Metern. Er speist sich durch unterirdische Quellen und fließt als Teil der Glubigseenkette in den Scharmützelsee ab. "Auf diese Weise reinigt er sich", erklärt die Limsdorferin.
Rund 60 Hektar groß ist der See und an der tiefsten Stelle 23,5 Meter tief. Das erfährt, wer auf dem Parkplatz das Hinweisschild studiert. Petra Schmidt vermutet, dass der See sogar noch tiefer ist - doch das ist eine andere Geschichte.
Vom Parkplatz an der Landesstraße 42 führt der Weg vorbei an Kiefern zu dem idyllisch gelegenen Waldsee. Besucher laufen direkt auf zwei Badestellen zu. Die kleinere liegt am Imbiss, den Petra Schmidt bei Badewetter betreibt, eine größere findet sich gleich daneben. Für Familien mit Kindern bietet sich vor allem diese an, weil der Strand flach abfällt. Selbst an einem bewölkten Sommertag bauen Kinder dort Burgen und Gräben. "Das ist Natur pur", findet Rita Seidel aus Leipzig, die mit ihrem Mann Mike und den beiden Enkeltöchtern Lena und Leonie in der Region Urlaub macht. "Es gibt Schlangen und Fische", führt sie aus. Einige Meter weiter, an einer wilden Badestelle, haben es sich Dirk und Petra Becker aus Berlin gemütlich gemacht. "Es ist der klarste See in der Region. Als Alternative kommt nur noch das Freibad in Frage", meint der Berliner. "Und es ist ruhig", fügt er an.
Weil der See ein wenig abseits liegt, kann man ihn getrost noch einen Geheimtipp nennen. Bei schönem Wetter und an Wochenenden wird es aber auch hier recht voll. Um es ein wenig heimeliger zu haben, kann man eine von vielen wilden Badestellen links um den See herum ansteuern. Diese würden auch von FKK-Badern genutzt, klärt Petra Schmidt auf.
Wer übrigens rechts lang läuft, der landet auf dem Campingplatz von Petra Jungnickel. Von der Badestelle des Campingplatzes hat man eine prima Aussicht auf die beiden Inseln im See.

Grubensee


¦ Der Grubensee liegt im Naturpark Dahme-Heideseen bei Limsdorf, zwölf Kilometer südöstlich von Storkow.¦ Er ist von der L 42 aus erreichbar. Besucher können an der Straße halten, der Parkplatz ist ausgeschildert. ¦ Der Eintritt zum unbeaufsichtigten See ist frei. Für die Nutzung der Badestelle am Campingplatz zahlen Erwachsene 1,50 und Kinder 1 Euro pro Tag. ¦ An den öffentlichen Badestellen bietet Petra Schmidt vom Eiscafé in Limsdorf bei Badewetter einen Imbiss an. ¦ Am See gibt es weder Toiletten noch Mülleimer.