Da legte die Antragstellerin Anja Grabs energisch nach und forderte die Mitglieder des Ausschusses auf, sich zu bekennen. Die Verwaltung habe mehr Zeit als genug gehabt, sich mit dem Thema zu befassen und dazu Fakten auf den Tisch zu legen. Das hatte unter anderem Finanzdezernent Michael Buhrke verlangt. Man müsse für einen solchen Beschluss zunächst eine vernünftige Grundlage erarbeiten, betonte er. Die Wirtschaftlichkeit von Solarstrom werde inzwischen auch kritisch gesehen, nur Eigenverbrauch würde sich noch lohnen. Der Finanzdezernent hat die Kosten im Auge, die entstehen würden, wenn künftige Neubauten des Kreises mit Grün- und Solardächern ausgestattet werden sollten.
Mechthild Tschierschky (Die Linke) meinte, ökologische Dächer könnte man nicht nur aus der Perspektive der Wirtschaftlichkeit betrachten, sie brächten den Menschen auch mehr Lebensqualität. Man könne über den Klimawandel nicht nur reden, sondern müsse vor Ort handeln. Auch Eva Böhm (Die Linke) fand, "der Kreis sollte ein Zeichen setzen". Entweder wolle man die Energiewende oder "wir ducken uns weg". Ohnehin würden so viele Objekte in Kreisträgerschaft nicht in Frage kommen. Man sollte den Antrag der Bündnisgrünen unterstützen. Zustimmung äußerte auch der Planer Mario Kramer aus Eisenhüttenstadt, sachkundiger Bürger im Ausschuss. Auch er forderte, nicht nur eine Wirtschaftlichkeitsberechnung anzustellen, sondern auch die Nachhaltigkeit einer solchen Investition zu betrachten.
Die vierköpfige Fraktion hatte ihren Antrag mit dem regionalen Energiekonzept begründet, wonach es noch große Potenziale im Bereich der Photovoltaik und der Solarthermie geben soll.
Nach heftiger Debatte entschlossen sich die Ausschussmitglieder, den Antrag der Bündnisgrünen/Piraten in den Kreistag weiterzuleiten. Der tagt am 30. September in Beeskow.