"Völlig platt, aber zufrieden" war Hagen Pohlen nach eigenen Worten, nachdem er auf der Strecke in der Züricher Altstadt die 20.Runde absolviert und die Ziellinie überquert hatte. Wenig später wurde er von seinen Eltern Beatrix und Hartmut Pohle in der Arme geschlossen und alle freuten sich über die gelungene Europameisterschafts-Premiere des Athleten, der für den SC Potsdam startet, bei den Männern.
"Es war ein sehr hartes Rennen trotz der guten äußeren Bedingungen mit leichtem Regen und rund 15 Grad Celsius", sagt der Beeskower, der in Frankfurt (Oder) geboren wurde und wahrscheinlich deshalb von den Kommentatoren der Fernsehübertragung bei ZDF und Eurosport auch als Frankfurter betitelt wurde. "Ich habe meine Leistung bestätigen können und bin auch dort angekommen, wo ich mich vorher gesehen habe. Vielleicht hätte es auch ein wenig besser gehen können", sagt Hagen Pohle, der nach der Hälfte des Rennens als 13. nur acht Sekunden Rückstand auf die Spitze hatte. Bis knapp vor Kilometer acht war er noch vorn mit dabei und vier Kilometer zuvor sogar mal für einen kurzen Moment an der Spitze.
Dass es am Ende nach 1:24:00 Stunden dann doch 4:16 Minuten Rückstand zum spanischen Europameister Miguel Ángel López waren, erklärt der Sportler so: "Die Spitze hat kurz vor und nach der Hälfte des Rennes das Tempo forciert. Da konnte ich nicht mehr ganz mithalten. Die schwere Strecke hatte es in sich mit einem kleinen, unscheinbaren Anstieg, der mir am Ende die Beine schwer werden ließ", berichtet Hagen Pohle. "Ich habe viele wertvolle Erfahrungen sammeln können und bin stolz, die deutschen Farben gut vertreten zu haben. Ich freue mich jetzt auf die restlichen EM-Wettbewerbe und werde täglich unsere Nationalmannschaft anfeuern", sagt der Beeskower, der auch am Mittwochabend noch ins Stadion wollte, um Diskuswerfer Robert Harting beim Wettkampf von der Tribüne aus zu unterstützen.
Und vielleicht hat er ja da auch seine Eltern wieder getroffen, die sich ebenfalls über die Leistung ihres Sohnes freuten. "Hagen hat sich gut in dem starken Feld gehalten und seine Männer-Premiere prima gemeistert. Wir sind stolz auf ihn", sagt Mutter Beatrix, die bei den Wettkämpfen selbst fast mehr aufgeregt ist als ihr Sohn. "Ich bin immer um die Strecke gelaufen und habe meinen Mann erst wieder gesehen, als wir Hagen im Ziel in Empfang genommen haben." Übrigens haben sie und ihr Mann viele SMS auf ihren Handys mit Daumendrücken vor und Glückwünschen nach dem Wettbewerb erhalten. "Das war unglaublich. Wir bedanken uns auch im Namen von Hagen dafür, der auf seinem Handy ebenso sehr viel zum Lesen hatte", sagt Beatrix Pohle.
Auch Vertreter der Heimvereine des Gehers freuten sich. "Glückwunsch. Hagen hat sich bei seiner Premiere wacker geschlagen", sagt Henrik Schlünz, Abteilungsleiter Handball des SSV Rot-Weiß Friedland. Und Ralf Müller, Chef des SV Preußen Beeskow, fügt hinzu: "Eine gute Leistung und Ziel Platz 15 erreicht, was will man mehr."