„Wir Angler haben in diesem Jahr Glück, dass wir jetzt kein Eis mit Schnee drauf haben“, freute sich Andreas Koppetzki, der Hauptgeschäftsführer des LAVB. Der landesweite Hegetag sei für Februar festgesetzt worden wegen des Schneeschiebens. „Wenn die Gewässer lange zugefroren sind und Schnee drauf liegt, entsteht Sauerstoffmangel, und es müssen Schneefenster geschaffen werden, damit Licht reinkommt.“ Dass es nun ausgerechnet regnete, war auch kein Unglück: „Wir sind für jeden Tropfen Wasser dankbar, denn durch den heißen Sommer war im letzten Jahr der Wasserspiegel um etwa anderthalb Meter gesunken“, weiß der Geschäftsführer, der den Verbandspräsidenten Gunter Fritsch sachkundig an seiner Seite hatte.
So lauteten die Aufgaben für diesen Hegetag Wege befestigen und Bäume aus dem Wasser ziehen, falls sie eine Gefahrenquelle darstellten. Ansonsten blieben sie als Teil des Biotops im Wasser.
Gunter Fritsch, der Landesminister und langjähriger Landtagspräsident gewesen war, und Andreas Koppetzki hatte nicht nur Angler aus Potsdam und Umgebung, wo sich der Sitz des LAVB befindet, zum Helfen mitgebracht. Als besondere Gäste waren der Agrar- und Umweltminister Jörg Vogelsänger und der Landrat von Oder Spree, Rolf Lindemann, gekommen. Zu sagen, dass sie bei dem Arbeitseinsatz wirklich mitgearbeitet hätten, sei übertrieben, meinten beide lächeln, und Gunter Fritsch erklärte: „Der Landesanglerverband will mit ihnen deutlich werden lassen, dass sich der Minister für unsere Arbeit interessiert und uns wiederum eine Vernetzung zwischen ihm, dem Landrat und uns wichtig ist.“
Der Alt Stahnsdorfer See wurde vor etwa acht Jahren durch den LAVB gekauft. „Mit unserer Präsens beim Hegetag hier wollen wir demonstrieren“, fügte Gunter Fritsch an, „dass da, wo wir Gewässer erwerben, diese für die Bevölkerung offen stehen, sie also keine Zäune haben – und wir sie natürlich auch pflegen.“ Gerade der Alt Stahnsdorfer See wird im Sommer von vielen Badegästen besucht. „Da fällt viel Müll an“, weiß er.
Den zu beseitigen ist letztendlich Aufgabe des Alt Stahnsdorfer Anglervereins mit seinen genau 62 Mitgliedern. Dazu kommen 15 Kinder, was den LAVB-Präsidenten besonders erfreut, „denn ein Schwerpunkt ist die Jugendarbeit, um dazu anzuregen, frühzeitig Verantwortung bei der Pflege der Natur zu nehmen“, betonte er. Auch die Kinder, meist aus Familien mit Anglertradition, packten beim Arbeitseinsatz am Sonnabend tüchtig mit an. „Nachdem der Verein an der Badestelle Sitzgarnituren und Mülleimer aufgestellt hat, liegt erfreulicherweise weniger Müll herum“, bilanzierte Alexander Ludwig, der Vereinsvorsitzende. „Auch unser Gemeindearbeiter Torsten Pirke hilft bei der Säuberung.“
So bestand an diesem Hegetag in Alt Stahnsdorf die Arbeit aus Astbeschneidungen sowie darin, die zehn Kubikmeter Mulch, die der Tief- und Ökobaubetrieb Neu Stahnsdorf als Spende auf zwei LKW angefahren hatte, zur Wegebefestigung aufzubringen. Andreas Koppetzki erinnerte daran, dass „in vielen kleinen Orten der Anglerverein und die Freiwillige Feuerwehr diejenigen sind, die den sozialen Zusammenhang aufrechterhalten“.