Die Millardensumme, die es braucht, um die Folgen der Flutkatastrophe im Ahrtal zu beseitigen, ist kaum absehbar. Noch immer geht es vor allem um das Aufräumen, noch immer sind längst nicht alle Gebäude, die stehen bleiben können, wieder nutzbar. Das gilt für Wohnhäuser ebenso wie für Schulen und Kitas, für Turnhallen und Gaststätten. Jede Hilfe kann da nur ein kleines Mosaiksteinchen sein. Ein Steinchen aber, das Not lindert und Hoffnung gibt. Einige weitere dieser Steinchen kommen jetzt aus Beeskow. Jeweils 1000 Euro haben das Familienbündnis und der Seniorenbeirat der Stadt gespendet. Das Geld geht an eine Kindertagesstätte und an ein Mehrgenerationenhaus.

Einfach im Ahrtal angerufen

Wie ist man auf diese Einrichtungen gekommen? „Ich habe einfach das Telefonbuch genommen und mich durchgefragt“, erzählt Dieter Siegesmund. Mit dem evangelischen Pfarrer Friedemann Bach in Bad Neuenahr habe man schließlich einen Partner gefunden, der die bedürftigen Einrichtungen kennt und weitere Kontakte vermitteln konnte.
Die Spende des Seniorenbeirats geht so an ein Seniorennetzwerk. Dessen Begegnungscafé in einem Mehrgenerationenhaus ist einer der ganz wenigen Orte, wo sich die Menschen derzeit treffen und austauschen können. Kaffee, Kuchen und auch ein paar belegte Brötchen als Stärkung nach einer weiteren Aufräumschicht werden nun mit dem Geld finanziert. Die Spende hat der Seniorenbeirat auf seiner jüngsten Mitgliederversammlung beschlossen.
Ebenso wie die Senioren wollten auch die Mitglieder des Familienbündnisses nicht auf ein großes anonymes Spendenkonto einzahlen. Auch das Bündnis stellt 1000 Euro zur Verfügung. Das wurde auf dem letzten Plenum beschlossen. Weil coronabedingt im vergangenen und in diesem Jahr nicht alles Geld ausgegeben werden konnte, standen die Mittel ohnehin zur Verfügung. Unterstützt wird damit der Wiederaufbau der Kindertagesstätte St. Mauritius in Heimersheim. Dort werden auch noch weitere Spenden benötigt.

Kreis sucht nicht mehr benötigte Feuerwehrfahrzeuge

Konkretere Aussagen gibt es mittlerweile auch zur Verwendung des Geldes, das nach dem Spendenaufruf des Landkreises gesammelt wurde. Das Gesamtaufkommen beträgt nach Auskunft der Kreisverwaltung derzeit rund 241.000 Euro. 200.000 Euro davon kommen aus dem Kreishaushalt, 10.000 von der Sparkasse Oder-Spree. „Zwischenzeitlich hat der Landkreis Oder-Spree über den Kontakt zum Landkreis Ahrweiler auch Kontakt zu einer Gemeinde im betroffenem Hochwassergebiet aufgenommen“, teilt Landratsreferent Christian Stauch auf Nachfrage mit. Ins Blickfeld sei eine Kita in kommunaler Trägerschaft gerückt.
Darüber hinaus sei dem Kreis auch signalisiert worden, dass auch Einrichtungen und Gerätschaften von Feuerwehren stark in Mitleidenschaft gezogen wurden. Deshalb prüft der Kreis aktuell eine weitere Hilfsmöglichkeit. „Da die Beschaffung neuer Fahrzeuge ein langwieriger Prozess ist, wird gegenwärtig geprüft, ob eventuell ein auszumusterndes Fahrzeug einer hiesigen Gemeinde zur Verfügung stünde sowie aus den Mitteln ertüchtigt und zur Verfügung gestellt werden kann, um den Brandschutz in den betreffenden Gebieten zu unterstützen“, so Stauch. Ein weiteres Hilfssteinchen für die gebeutelte Region.

Feuerwehrmänner kommen in den Kreistag

Das Hochwasser und dessen Folgen werden auch auf der Kreistagssitzung in der kommenden Woche eine Rolle spielen. Nach dem Geschäftsbericht des Landrats soll das Engagement der im Hochwassergebiet in Rheinland-Pfalz eingesetzten Feuerwehrkameraden gewürdigt werden. Diese sind zur Sitzung eingeladen und erhalten Gelegenheit, von ihrer Arbeit in den Hochwassergebieten zu berichten.
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