Am Wochenende wird es bei Silke Gute meistens laut. Knatternd finden sich nacheinander Schwalben und Simsons auf ihrem Hof in Sauen ein. Die 42-Jährige ist begeistert: "Es ist ein richtiger Hype entstanden." 13 Fahrer kamen bereits, um sich an einem Ausflug zu beteiligen. Bis zur Kersdorfer Schleuse sind sie schon gefahren und auch ein Abstecher in den Spreewald ist schon geplant.
Mitmachen kann prinzipiell jeder, solange er ein Gefährt hat, das nach Simson oder Schwalbe aussieht, wie Silke Gute scherzhaft sagt. Wichtig ist den Zweitaktpionieren aber auch die Geselligkeit. Und so fanden beispielsweise im Winter des Öfteren Kochabende in Silke Gutes Bauernküche statt. "Die meisten von uns sind zwischen 16 und 30 Jahre alt, darunter sind sowohl Anfänger wie Fortgeschrittene", erklärt Silke Gute. Auch sie übt sich noch im Fahren, denn ihre Schwalbe, Baujahr 1982, hat sie erst kürzlich auf dem Trödelmarkt in Briescht erstanden. "Meine letzte wird das aber nicht gewesen sein", prophezeit die Moped-Liebhaberin.
Platz für weitere Modelle hätte sie, denn ihre Scheune dient schon jetzt als Unterstellraum, wenn sich die Zweitaktpioniere treffen. Dort soll irgendwann auch eine Hebebühne stehen, die für alle Moped-Fans zugänglich ist. Unterstützung dafür bekommt Silke Gute von den Sauenern. Da das Dorf beim Landeswettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft" gewonnen hat, wird die Siegerprämie in Höhe von 10 000Euro auf verschiedene Projekte im Ort verteilt. Auch der Sauener Moped-Klub soll dabei berücksichtigt werden. Bis es so weit ist, kümmert sich Silke Gute in Eigenregie um die Herrichtung der Scheune.
Auch der siebenjährige Moritz Müller, hat sich von der Begeisterung der Erwachsenen für die Mopeds aus DDR-Zeiten anstecken lassen. Er ist der Jüngste in der Runde, unwohl fühlt er sich deshalb aber nicht: "Silke ist meine Freundin und auch die anderen sind eine nette Gruppe." Beim Motorradfahren mit seinem Papa wurde sein Interesse geweckt. "Knattern muss es", sagt der Moped-Fan und trifft damit den Nerv von Silke Gute. Auch sie begeisterte sich schon als Kind für die Zweitakter, die heute nicht mehr produziert werden. Gefahren ist sie damals jedoch eher heimlich. Zu groß waren die Bedenken ihrer Familie, dass ihr etwas zustoßen könnte.
Mit den Zweitaktpionieren erfüllt sich für die 42-Jährige nun ein lang gehegter Wunsch. "Ziel wäre es, hier eine Art Reparatur-Café aufzubauen", blickt sie in die Zukunft. Auch eine gemeinsame Fahrt zur Ostsee schwebt ihr vor. Zudem plant die Gruppe, deren Logo der Zündschlüssel eines Mopeds ist, auf deutschlandweiten Moped-Treffen aufzutreten, um weitere Fans kennenzulernen.
Wer auch von Schwalben und Simsons fasziniert ist, kann bei den Zweitaktpionieren gerne mitmachen Telefon: 0162 2141446 oder auf Facebook.