In einer Presseerklärung haben Vertreter von fünf örtlichen Institutionen, die mit der Geschichte des Lagers befasst sind, ihr Entsetzen über die Tat bekundet. In dem Schreiben heißt es unter anderem: "Die Verwüstung von Gräbern und auch von Grabstätten der Opfer politischer Gewalt gehört zum verwerflichsten, das Menschen aus dem Unwillen oder dem Unvermögen heraus tun, für das Leiden und den Tod ihnen fremder oder politisch andersdenkender Menschen Achtung zu empfinden und ihrer zu gedenken."
Unterzeichnet ist das Schreiben von Andreas Weigelt von der Dokumentationsstelle KZ-Außenlager Lieberose/sowjetisches Speziallager Jamlitz, von der Evangelischen Kirchengemeinde Lieberose und Land, von Wilfried Götze, ehrenamtlicher Bürgermeister der Gemeinde Jamlitz, Heinz-Gerd Hesse im Namen der Initiativgruppe Internierungslager Jamlitz sowie von Anett Quint und Jörg Richert vom Justus-Delbrück-Haus - Akademie für Mitbestimmung Bahnhof Jamlitz.
"Den aus politischen Motiven zu Tode gebrachten Opfern jedoch gebührt ein öffentlicher, gesellschaftlicher Schutz, für den wir einstehen. Die jüngst erfolgte Schändung ist ein Anschlag auf alle Versuche, zwischen den Volksgruppen und Religionen zu vermitteln und sie zu versöhnen", heißt es in der öffentlichen Stellungnahme weiter.
Die Unterzeichner erinnern daran, dass Jamlitz ein Ort mit Todesopfern politischer Gewalt aus zwei Perioden deutscher Geschichte ist: "Nach den tausenden verhungerten und erschossenen Häftlingen des nationalsozialistischen KZ-Außenlagers Lieberose bis Februar 1945 starben im sowjetischen Speziallager Nr. 6 des NKWD tausende deutsche Zivilisten nach 1945 an Hunger."