Die Abrissarbeiten, um Platz für die neue Anlage auf dem Sonae Arauco Werksgelände in der Radinkendorfer Straße zu schaffen, seien erledigt, so Schur von den Abgeordneten und etlichen interessierten Beeskowern, die als Zuhörer zur Bauausschuss-Sitzung gekommen waren. Jetzt beginne man mit dem Bau des Herzstücks der neuen Anlage, der 42 Meter langen Presse. Diese soll dafür sorgen, dass künftig Spanplatten höchster Qualität produziert werden können.
Wenn die drei Schichten  beleimter Späne die Presse passiert haben, werden sie künftig so glatt und eben sein, dass maximal 0,3 Millimeter abgeschliffen werden müssen. Derzeit, so Schur, sei die abzuschleifende Schicht oft mehr als einen Millimeter stark.
Damit dies gelingt, muss die Presse auf sicheren Fundamenten stehen, die sich auch durch das hohe Gewicht der Anlage und den späteren Arbeitsdruck nicht weiter setzen. Dafür, so Schur, werden in den kommenden Wochen 15 Meter lange Betonsäulen in den Boden gerammt. Der Technikchef geht davon aus, dass die von einer Spezialfirma aus Leipzig ausgeführten Arbeiten keine Auswirkungen auf die Nachbarschaft haben werden. "Wir haben daneben ja Bauwerke aus den 1960 Jahren und unsere Trockner zu stehen. Wir sehen da keine Gefahr", erklärte Schur vor dem Ausschuss.
Mit dem Abschluss der rund 50 Millionen Euro umfassenden Investition werde es auch weniger Umweltbelastungen durch das Werk geben, versicherte Schur. Er erklärte das am Beispiel der Presse. Derzeit werde der dort entstehende Staub praktisch einfach an die Luft abgegeben. Künftig würde dieser abgesaugt, feste Teile mit feinsten Wassertropfen aus der Luft gefiltert. Die neue Anlage ermögliche zudem eine effizienteren, sprich um zehn bis zwanzig Prozent geringeren Einsatz von Leim. Höhere Gebäude würden auch die Lärmbelastung senken.
Positiv auswirken werden sich auch weitere Änderungen im Spänelager. Aktuell liegt das angelieferte Material in großen Halden auf dem Werksgelände. Künftig werden die Holzspäne in einem 8000 Kubikmeter fassenden Silo gebunkert.
Schur betonte, dass die Modernisierung des Beeskower Werkes hier vor Ort schon seit gut  zehn Jahren vorbereitet werde. Wirtschaftskrise und Eigentümerwechsel hätten immer wieder zu Verzögerungen bei der Umsetzung geführt. Mit der jetzigen Investition sieht er den Spanplatten-Standort Beeskow für die nächsten zwanzig bis dreißig Jahre gesichert. Die alte Anlage, die ja noch immer in Betrieb ist, stammt aus den 1970er Jahren. Auch die für das Jahresende beschlossene Stilllegung des Faserplatten und Laminatbodenwerkes in Heusweiler-Eiweiler, an dem Sonae Aruaco mit 50 Prozent beteiligt ist, sieht er als Bekenntnis zum Standort Beeskow, der damit innerhalb des Konzerns wichtiger werde.
Schur begrüßte auf Nachfrage, dass die Stadt Erweiterungsflächen auf der anderen Seite der Radinkendorfer Straße  für das Unternehmen bereithalte. Wenn man diese nutze, könne das Werk all seine logistischen Probleme lösen, so Schur.