"Weil ich Jesu Schäflein bin", so das Motto eines kurzweiligen Kinderfestes, zu dem am Sonnabend die Evangelische Kirchengemeinde Friedland-Niewisch in den Pfarrgarten an der Pestalozzistraße eingeladen hatte. Pfarrerin Karin Krautmacher war schon ein wenig aufgeregt, trat sie doch nach einer längeren Familienpause erst Anfang August wieder in den aktiven Pfarrdienst ein. Doch Gemeindepädagogin Susanne Köhler und ehrenamtliche "Engel" wie Rosemarie Holtschke standen ihr ebenso zur Seite wie Ehemann Wolfgang, der als Pfarrer in der Gemeinde Lieberose und Land für acht Predigtstellen mit 700 Gemeindemitgliedern verantwortlich ist. Er kam gerade von einem Kirchenkonzert aus Klein Muckrow. "Dort traten der Männerchor Beeskow und die Gospel-Friends aus Eisenhüttenstadt auf. Eine sehr schöne Veranstaltung."
Karin Krautmacher hat mit Friedland und Niewisch nur zwei Predigtstellen zu bewältigen, dank annähernd 600 Gemeindegliedern aber kaum weniger "Schäflein". Und Schäflein waren es, von denen am Samstagnachmittag immer und immer die Rede war. Herrlich anzusehen, wie  Susanne Köhler mit nur wenig Maskerade in die Rolle eines Schäfers schlüpfte, fast ein Dutzend Kinder fürs Spiel begeisterte und Pfarrerin Karin Krautmacher dabei die Bibel-Geschichte vom verlorenen Schaf erzählte: "Wenn einer von euch hundert Schafe hat und eins davon verliert, lässt er dann nicht die neunundneunzig in der Wüste zurück und geht dem verlorenen nach, bis er es findet? Und wenn er es gefunden hat, nimmt er es voll Freude auf die Schultern. Kommt er nach Hause, ruft er die Freunde und Nachbarn zusammen und sagt zu ihnen: Freut euch mit mir, denn ich habe mein Schaf wiedergefunden, das verloren war! Ich sage euch: Ebenso wird im Himmel mehr Freude herrschen über einen einzigen Sünder, der umkehrt, als über neunundneunzig Gerechte, die keine Umkehr nötig haben..."
Zum Kinderfest mit Karussell, Schaukel, Hängematte, Bastelstraße und Knetpresse, Rätselecke, Maltisch und Backstube gekommen war Kristin Schmidt aus Weichensdorf. Sie brachte ihre Kinder Richard (12), Frieda (9) und Ella mit. Die Zweijährige war 2017 eines der Menschenkinder, die im Scharmützelsee unter freiem Himmel getauft wurden. "Ihre größeren Geschwister wurden als Kleinkinder in der Weichensdorfer Kreuzkapelle getauft. Beide haben ihre Taufkerzen fein aufbewahrt. Sie werden an jedem Kindergeburtstag und am Tauftag angezündet."