Die Grundsatzbeschlüsse sind gefasst, sogar die im vergangenen Jahr fälligen Bürgermeisterwahlen wurden ausgesetzt. Einen solchen soll es zwar auch künftig geben, der wird dann aber ehrenamtlich agieren. In einem Faltblatt, das seit einigen Wochen verteilt wird, werden die Bürger über das  Vorhaben informiert. Bis zum Jahresende sollen alle nötigen Beschlüsse gefasst sein, für 2021 ist dann der Verwaltungsumbau geplant, im Jahr darauf der Neustart vorgesehen.
Doch sicher ist die Umsetzung der Pläne noch keinesfalls. Einige der ersten Ideen für die Mitverwaltung hat das Land bereits abgelehnt. Konkret ging es um die Zukunft der Mitarbeiter von Kitas und Bauhöfen der Gemeinden. Diese will Beeskow nicht übernehmen. Die Kitas der Stadt sind in freier Trägerschaft, auch einen kommunalen Bauhof gibt es in Beeskow nicht. Die Betroffenen sollten daher Angestellte der jeweiligen Gemeinden bleiben. Das hat das Innenministerium nicht genehmigt.
Deshalb wird nun geprüft, ob für Kitas, Schulverwaltung und die Bauhöfe ein Zweckverband, ähnlich wie beim Wasser- und Abwasser, gebildet werden kann. Nur wenn dies möglich ist, werde man das Projekt weiter verfolgen, heißt es aus dem Beeskower Rathaus. Die Kosten für die rechtliche Prüfung und die Vorbereitung der Zweckverbandsgründung werden auf rund 32 000 Euro geschätzt. Jede der beteiligten Kommunen, so der Vorschlag, soll ein Viertel davon tragen. Alles in allem würde der Verband rund 150 Mitarbeiter beschäftigen.
Doch das ist nicht der einzige offene Punkt. Die Fraktion BOB in der Beeskower Stadtverordnetenversammlung beantragt, den Beschluss über die erweiterten Grundsätze zur Mitverwaltung auszusetzen. Sie fordert, zuvor "Konzepte, Zahlen und Prognosen" vorzulegen. In der Tat hat noch niemand genau erklärt, wie viel Geld die Kommunen durch das Projekt sparen können. Die Mitarbeiter der Verwaltungen der drei kleineren Orte werden jedenfalls von der Stadt Beeskow übernommen. Das ist zugesichert.
Der Landtagsabgeordnete Philip Zeschmann (BVB/Freie Wähler) hat sich zudem mit einer Kleinen Anfrage zum Mitverwaltungsprojekt an die Landesregierung gewandt. Er fragt unter anderem, ob der hauptamtliche Beeskower Bürgermeister dann auch ohne Wahl automatisch zum Hauptverwaltungsbeamten für die drei anderen Gemeinden wird. Wenn dem so sei, solle die Landesregierung  erklären, wie sich die demokratische Legitimation dafür ergebe. Zeschmann fragt zudem, ob es nicht notwendig sei, im Falle der Umsetzung des Mitverwaltungsprojekts, die Amtszeit des Beeskower Bürgermeisters zu verkürzen und eine gemeinschaftliche Neuwahl von den Bürgern aller vier Gemeinden durchführen zu lassen. Das Ergebnis steht noch aus. Die Beeskower Stadtverordneten befassen sich am Dienstag in der Aula der Fontaneschule mit dem Thema. Beginn ist 18 Uhr.