Sie saßen zu beiden Seiten im Halbkreis um den Flügel herum, auf dem drei gertenschlanke, junge Pianistinnen in festlichen Gewändern meisterlich gemeinsam Bravourstücke nicht nur der Klavierliteratur spielten. „Wir sind das einzige Trio, das ständig zusammen auf einem Flügel spielt“, stellte die in Leipzig geborene Pianistin Anne Salié das kleine Ensemble mit dem Namen „some handsome hands“ vor. Zu ihm gehören noch die in Usbekistan geborene Alyana Pirola und die Ukrainerin Alina Pronina.
Die drei Musikerinnen hatten sich bei ihrem Studium in einer Meisterklasse an der Musikhochschule „Hanns Eisler“ in Berlin kennengelernt und vereinbart, neben Konzerten mit den verschiedensten Orchestern und Formationen „fünf Mal im Jahr etwas zusammen zu machen, was uns Spaß macht“.Den Spaß an der Sache sah man ihnen auch an. Sie spielten souverän ohne Noten und auch teilweise mit geschlossenen Augen, ganz der Virtuosität und einem rasanten Tempo hingegeben. „Klavierspielen zu sechs Händen, geht das überhaupt?“ stellte Anne Salié anfangs die rhetorische Frage. I
m 19. Jahrhundert, erklärte sie, gab es das häufig, so dass Originalkompositionen dafür entstanden. Aber es ist doch schon noch etwas schwieriger als allein oder zu zweit, denn es wurde eng auf der Tastatur. Die Pianistinnen musste oft übergreifen, und bisweilen streckten sie ihre Arme wie nach einer ausgeklügelten, kunstvollen Ballettchoreografie in die Höhe. Es gab also nicht nur etwas Außergewöhnliches zu hören, sondern auch zu sehen. Mittels Liveübertragung auf eine Leinwand konnte man gar direkt verfolgen, wie die perlenden Läufe nahtlos von einer Musikerin auf die andere über die ganze Tastatur brillierten.
Dargeboten wurden in Arrangements durch bedeutende Komponisten Stücke, die zu den beliebtesten der Konzertliteratur gehören. Das begann mit der Ouvertüre zu Mozarts „Figaros Hochzeit“ in einem gewaltigen Klang und endete mit dem furiosen Säbeltanz von Aram Khatschaturian in der Bearbeitung durch Manfred Schmitz (1939 – 2014), der durch sein Manfred-Schmitz-Jazz-Trio und seine Zusammenarbeit mit Gisela May bekannt wurde. In einem von Lida Kalendareva extra für die drei Pianistinnen komponierten „Russian Dance“ reichten die 88 Tasten nicht mehr. Es wurde in moderner Spieltechnik auch direkt in die Saiten gegriffen.
Wie Cord Schwartau, der Gründer der Kulturfestspiele, die sich jetzt mit 36 Veranstaltungen in ganz Brandenburg in ihrem ersten Jahr befinden, erklärte, wollen die Konzerte Klassik, Moderne und Unterhaltungsmusik verbinden. Dabei sollen die Potenziale aus der Region heraus entwickelt werden. Der Sitz befindet sich in Königs Wusterhausen, „und wir wollen eine Achse Königs Wusterhausen – Storkow herstellen“, versprach er.