Letzterer hatte sowohl Franz Fühmann zwischen 1966 und 1968 als Nachwanderer als auch 1969 dem Grünheider Lothar Lang die Episode erzählt, wie der junge Knesebeck wegen der Verdienste eines Vorfahrens bei Russlands Kampf gegen Napoleon nach 1945 ehrerbietig von den sowjetischen Offizieren behandelt wurde. Was die Natur betrifft, lädt der Schriftsteller zu der Entdeckung des bemerkenswerten Künstlers Matthias Zágon Hohl-Stein in der alten Schäferei von Karwe ein, wo ein "moderner Museumspark" entstanden ist.
Als Till Sailer nach Radensleben kam, erinnerte er sich an seinen Kuraufenthalt als Zehnjähriger im dortigen Schloss. Es hätte schön werden können, wäre da nicht ein politisch diktatorischer Heimleiter gewesen. In Köpernitz wiederum wanderten seine Gedanken nach Schulzenhof hinüber, wo Eva Strittmatter lebte, die er persönlich gekannt hatte.
So schildert Till Sailer die Erlebnisse, Gedanken und Erinnerungen einer Reihe von Nachwanderern, er selbst eingeschlossen. Im anschließenden Gespräch mit dem Autor wurden viele Parallelen zum Land zwischen Oder und Spree deutlich, und man kam auch auf den hiesigen Adel zu sprechen mit der Erkenntnis: Die Geschichte Brandenburgs ist ohne den Adel nicht zu denken.
Till Sailer, Wegspur Fontane. Eine Nachlese im Ruppiner Land. 19,55 Euro.