Der Schöneicher Multinstrumentalist „Langschlenderer“ (Christof Rose) begleitete die erste Ausgabe der „Beeskower Fiktionen“ mit Lounge-Musik. Alle Instrumente, darunter Saxofon, Klarinette, Gitarre, Bass, Blockflöte, sowie mannigfaltig Percussion, spielte er jeweils nur wenige Sekunden auf Band und ließ diese Klangschnipsel per Wiederholungsschleife (Loop) laufen, während er auf diese Klangunterlage jeweils eine neue Instrumentalspur aufwebte. So entstand ein eleganter Klangteppich mit Stilelementen der Elektromusik, Latin und Jazz.
Hauptattraktion des Abends war jedoch die Literatur. Die Dichterin Judith Keller aus der Schweiz und der Dramatiker Wolfram Lotz, der derzeit in Frankreich lebt, waren auf Einladung des Burgschreibers Sascha Macht nach Beeskow gekommen. Dieser war wahlweise im Ghostbuster-Overall und als blutrünstige Erdbeere gewandet. Das Trio bot dem Publikum eine intelligente, absurde, melancholische und urwitzige Mischung aus vorgelesenen Kurztexten, eigenen Gedanken und ironischen Interaktionen. Die Themen, wie „Heimat“, „Brettspiele“ oder „Horror“, ermittelten die Literaten, in dem sie Dartspfeile auf entsprechend beschriftete Zettel warfen.
Als Running Gag „bekochte“ Sascha Macht seine Gäste sowie mutige Zuschauer aus dem Publikum mit „Scheiblettenkäse und Ketchup auf veganem Toast“. Judith Keller meditierte über „Bagger in Zürich“, Wolfram Lotz listete „wirklich alle“ 23 Arten von Flüssen auf.
Mit dieser skurrilen Rezeptur kann es gelingen, auch Jüngere für Literatur zu begeistern. Fazit: Ein äußerst unterhaltsames Format mit Kultpotential! Es soll nach dem Willen des Burgchefs Arnold Bischinger nicht der letzte derartige Abend gewesen sein.