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Bis auf ein paar Regenhuschen und einen geplatzten Reifen am Kremser ist das Altstadtfest sehr gut gelaufen. Petrus hatte es in diesem Jahr gut gemeint mit den Veranstaltern. Dazu gehörte zum letzten Mal Judith Schulz, Leiterin der Märkischen Tourismuszentrale, die am Sonnabend ihren letzten Arbeitstag und eine andere Arbeit aufgenommen hatte. Viele schüttelten ihr die Hand und wünschten alles Gute. Nach einem etwas verhaltenen Anlauf füllten sich am Sonnabendnachmittag zusehends der Markt- und Kirchplatz. Auch das Familienfest an der Stadtmauer startete verhalten, und obwohl sich die Musiker Sven Loichen und Jürgen Bethke alle Mühe auf der kleinen Bühne gaben, waren sehr wenige Zuschauer da. Als dann das Bühnenprogramm mit Beeskower Kindern startete, nahmen aber viele Eltern und Großeltern auf den Rängen Platz, um zu sehen, was ihre Kleinen schon alles können. Ein Höhepunkt war der Auftritt von Kita-Kindern aus der Partnerstadt Sulecin in historischen Trachten. Die polnische Delegation war von der Kita Kiefernzwerge betreut wurden, wo es schon am Vormittag ein Treffen, gemeinsames Essen und Spielen gab. "Wir wollen die Kontakte ausbauen, Kinder verstehen sich auch ohne Sprache", sagte Ramona Ludwig, Leiterin der Kita, die von einem Dolmetscher unterstützt wurde. Mauerstraße und Innenhof gestalteten sich wieder zu einer langen Meile, die gerade bei jungen Familien Anklang fand. Die Kinder konnten zum Beispiel mit der Feuerwehr und ihrer 30 Meter langen Drehleiter in die Luft gehen oder beim Flugmodellverein Frankfurt (der Chef Matthias Galle kommt aus Beeskow) Flugzeuge basteln. Fast alles gab es gratis, nur eine Spende konnte man geben für die Bratwurst vom Burgförderverein, den zahlreichen selbstgebackenen Kuchen in der Bibliothek, der Erdbeerbowle beim Verein Bahrensdorf oder dem Beeskower Eis der Beeskower Firma Ice Guerilla. Am Stand der Märkischen Oderzeitung konnten die Gäste ein Erinnerungsfoto mit nach Hause nehmen. Der NABU ließ wieder Vogelhäuschen bauen, der Anglerverein hatte Fische im Aquarium zum Angucken mitgebracht, beim Frauenladen konnten die Kinder Kräuter und Gewürze erschnuppern oder beim DRK-Familienzentrum sich schminken lassen, wie zum Beispiel Bennet Pahlow, der sich von Anja Keß einen feuerspeienden Drachen auf das Gesicht malen ließ und den ganzen Nachmittag damit herumlief. Überall konnte geraten und gewonnen werden. Auch die Evangelische Kirche hatte einen Stand, wo unter anderem die Frage gestellt wurde: Wie lange brennt die Osterkerze? Die Antwort: Bei jedem Gottesdienst, nur an Karfreitag nicht. Nur wenige haben es gewusst.
"Alle haben sich große Mühe gegeben", lobt Melanie Krüger, die mit ihrem 5-jährigen Marlon erschöpft und voller Tüte nach Hause ging. "Man bekommt ja überall was geschenkt", freute sie sich. Als Besucherin der vergangenen Familienfeste hatte sie nur irritiert, dass die Bühne jetzt im Innenhof aufgebaut war, was sie nicht gleich entdeckt hatte. "Vielleicht wären noch mehr Leute gekommen, wenn nicht am gleichen Tag die Landpartie stattgefunden hätte", sagte sei. "Das sollte man nicht mehr zusammenlegen."
Zum Höhepunkt bei wunderbarem Wetter gestaltete sich am Sonntag der 3. Altstadtlauf mit über 600 Teilnehmern und zahlreichen anfeuernden Zaungästen.
Non-Stop-Programm auf der Bühne beim gut besuchten Familienfest: Großen Applaus erhielten diese kleinen Tänzer aus Sulecin (Polen). Das Altstadtfest demonstrierte die freundschaftlichen Kontakte zur Partnerstadt. Die Gäste aus dem Nachbarland traten beim Chortreffen auf und nahmen auch am Altstadtlauf teil.Foto: MOZ/Jörn Tornow
Durch einen grünen Tunnel: Auch die jüngsten Beeskower machten mit beim Altstadtlauf mit über 600 Teilnehmern. Mehr lesen Sie auf Seite 16. Foto: MOZ/Roland Hanke
Fruchtig-frisch: Erdbeerbowle vom Verein Bahrensdorf beim Familienfest.Foto: MOZ/Ruth Buder
Das Beeskower Altstadtfest präsentierte sich in vielen Facetten / Vereine sehr aktiv
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