Machen Sie ja, wenn es sinnvoll sei, versicherte Verbandsvorsteherin Kristina Günther. Aber generell gehe das nicht, das habe man 14 Tage ausprobiert. Der Umweg verlange mehr Zeit, erhöhe den Dieselverbrauch, verursache zusätzliche Mautgebühren, sei schlichtweg teurer. Und es gehe noch weiter. Der Verband müsse ein zusätzliches Fahrzeug anschaffen und mehr Personal beschäftigen, um die Abfuhraufgaben zu bewältigen. Das bedeute, man müsse die Gebühren erhöhen. Dem werde die Verbandsversammlung kaum zustimmen.
Dann müsste die Stadt Beeskow die Zusatzkosten übernehmen, wenn sie die Umwege anordne. Bürgermeister Frank Steffen will das auf gar keinen Fall. "Straßen sind dazu da, dass man darauf fährt", argumentiert er. Wenn man für jeden Fall Ausnahmen regeln würde, nehme das keine Ende. Verkehrslärm gebe es nun mal in einer Stadt.
Norbert Lenhardt argumentiert eigentlich ähnlich. Die Ortsumgehung sei gebaut worden, um die Innenstadt insbesondere vom Lkw-Verkehr zu entlasten. Vor allem vom Durchgangsverkehr, und um einen solchen handele es sich, wenn die Fahrzeuge aus Falkenberg, Görsdorf oder Giesensdorf kämen und zur Kläranlage fahren. Auch die Umgehungsstraße sei dazu da, befahren zu werden. An allen Ortsdurchgängen stehe zudem, dass die Beeskower Innenstadt für den Lkw-Durchgangsverkehr gesperrt sei.
Kristina Günther aber verwies in der Sitzung darauf, dass die Verbandsfahrzeuge, ähnlich wie beispielsweise landwirtschaftliche Nutzfahrzeuge, eine Sondergenehmigung der Straßenverkehrsbehörde hätten.
Sogar die Strecke vermessen
Leicht macht es sich niemand mit dem Thema. Lenhardt hat die Fahrstrecken vermessen, die zusätzlich absolviert werden müssten. Wenn die Stadt die Unterbrechung der Radinkendorfer Straße im Industriegebiet Hufenfeld, also in unmittelbarer Nähe des Klärwerks, beseitigen würde, seien das pro Fahrt rund 900 Meter, mehr nicht, argumentiert er. Genau diese kleine Straßenbaumaßnahme hat seine Fraktion Die Linke bereits im April beantragt.
Die Stadt wiederum hat im Rahmen der Verkehrszählungen zur Überarbeitung des Verkehrskonzeptes auch die Zahl der "Klärfahrzeuge" erfassen lassen. "Im Schnitt komme circa einmal pro Stunde ein Klärfahrzeug und fährt nach einer kurzen Aufenthaltsdauer von zehn bis 15 Minuten am Klärwerk wieder zurück", heißt es in der Stellungnahme.
Wie die Diskussion ausgeht, ist noch völlig offen. Auf Vorschlag von Hartmut Rudolph (Bauern/FDP) soll das Thema jetzt im Rahmen der Überarbeitung des städtischen Verkehrskonzeptes, das derzeit diskutiert wird, mit betrachtet werden.