Der Friedländer Ortsteil Oelsen feiert in diesem Jahr sein 650-jähriges Jubiläum nach. Im Vorfeld wurde ein Heimatverein gegründet, der sich um die Vorbereitung der Festivitäten kümmert.
Eigentlich stand das Jubiläum Oelsens im vorigen Jahr auf der Agenda, doch es fand sich kein passendes Wochenende dafür. Die Wartezeit hatte eine positiven Nebeneffekt. Denn jetzt existiert ein Verein, der sich um die Vorbereitung des Jubiläums kümmert.
Am 1. Dezember wurde der Verein "Landleben Oelsetal" gegründet. Themen, mit denen sich der Verein befasst, sind die Pflege von Traditionen, Natur und Umwelt, der Erhalt von Handwerk, Kunst und Kultur sowie die Pflege des Sports. Oberstes Ziel sei, die Lebensqualität im Dorf zu sichern, sagen Marco Schwadke und Holm Speer, erster und zweiter Vorsitzender des Vereins. Dazu zählt nach Auffassung Schwadkes auch eine aktive Ortswehr. Die Kameraden im Ort beäugen die für Friedland angekündigte Feuerwehrreform  nämlich mit Argwohn, befürchten, dass die ein oder andere Ortswehr womöglich mit anderen zusammengelegt werden könnte. Schwadke dementiert jedoch, dass die Strukturreform Motiv für die Vereinsgründung ist. Die Feuerwehrdebatte zeige nur, wie wichtig es sei, dass sich der Ort wahrnehmbar macht.
Als finanzielle Unterstützung für die zahlreichen Ortsjubiläen hatte die Stadt den betreffenden Dörfern eine Summe zugesprochen, die der Jubiläumszahl entspricht. Für Oelsen stehen also 650 Euro zur Verfügung. Auch der Termin steht fest: Vom 23. bis 25. August wird gefeiert. Am ersten Tag des Jubiläumswochenendes, ein Freitag, ist ein Vortrag zum Thema "Oelsen an der Zollstraße von Frankfurt nach Cottbus" geplant. Dazu wird ein szenisches Spiel vorbereitet, für das Holm Speer die Feder führt. Speer hat 26 Jahre lang als Bühnentechniker und Darsteller bei den Uckermärkischen Bühnen Schwedt gearbeitet.
Am Samstag sind Spiele am See, Offene Höfe sowie die Präsentation von Handwerk, Kunst und Kultur geplant, abends gibt es Tanz. Am Sonntag soll das Dorfjubiläum mit einem Frühschoppen mit Blasmusik ausklingen. Als Punkt des Zusammentreffens der ansässigen und auswärtigen Oelsener sowie deren Gäste ist ein "Café am Ofen" geplant.
Gemäß dem Vereinszweck, das örtliche Handwerk zu pflegen, ist vorgesehen, verschiedene Gewerke beim Jubiläum zu präsentieren. Dazu zählen Schmied, Stellmacher, Fischer, Tischler und Bäcker. "Es gab zwischen 1949 und 1952 hier eine Bäckerei, das wissen nur noch wenige", meint Schwadke. Sport und Spiel sei am Ufer des Kleinen Oelsener Sees geplant. Ein Arbeitskreis um Heidrun Karras und Irmi Pape arbeitet derzeit unter Hochtouren an der Dorfchronik.
Die Oelsener wollen mit den Vereinsaktivitäten und dem Jubiläum auch für ihren Ort werben. Man sei gar nicht so dezentral, wie viele glauben, so Speer. "In 90 Minuten bis Du mit dem Auto am Alex, in zehn Minuten per Rad am Bahn-Haltepunkt Grunow."
"Heimat" ist für Marco Schwadke, dessen Kinder bereits die fünfte Generation von Oelsenern verkörpern, wie auch für Holm Speer ein Begriff, der sehr viel umfasst, nur nicht Intoleranz und Ausgrenzung. "Wir wollen als Heimatverein uns die Bedeutungshoheit darüber nicht von bestimmten Gruppen in der Gesellschaft nehmen lassen", ist dem Vereinsvorstand wichtig.