Am Freitag hat der Beeskower Geher Hagen Pohle erfahren, dass er nach mittlerweile fast sechs Jahren zum Europameister der U 23 im 20 Kilometer Gehen werde. Das Ziel bei den Titelkämpfen 2013 in Tampere hatte er als Dritter überquert, ein Jahr später war ihm nach der Disqualifikation des Russen Piotr Bogatyrev Silber zugesprochen worden. Nun wurde ein weiterer Dopingfall, der von dessen Landsmann Alexander Iwanov bekannt, sämtliche Ergebnisse von Juli 2012 bis August 2014 wurden annulliert. Wenige Monate nach der U-23-EM war Iwanov in Moskau Weltmeister bei den Männern geworden.
Für Pohle ist die Goldmedaille von Tampere die dritte bei Nachwuchsmeisterschaften nach der U-18-WM 2009 und der U-20-EM 2011. Wie er darauf reagieren soll, weiß er aber nicht so recht. Freude, Wut, Trauer? "Wenigstens hatte ich den Moment der Siegerehrung. Das Gefühl kann mir keiner nehmen", sagt der Bundespolizist, der vor drei Wochen seinen 27. Geburtstag gefeiert hat. "Ansonsten bringt mir die nachträgliche Korrektur nur wenig –  bis auf die Gewissheit, dass am Ende wohl doch die Gerechtigkeit siegt", fügt der Beeskowerer hinzu und hofft, "dass es mit der nachträglichen Goldmedaille nicht weitere fünf Jahre oder mehr dauert, nachdem ich noch immer auf die Silberne warte ..."