Der Neustart der Kindereinrichtungen nach den coronabedingten Einschränkungen gestaltet sich schwierig. Landesweit gut 1000 Eltern hatten bis Dienstag eine Petition unterschrieben, in der die schnellstmögliche Öffnung von Kitas und Schulen im Land ohne Einschränkung gefordert wird. Die MOZ-Meldung, dass ab Mittwoch eine eingeschränkte Regelbetreuung möglich wird, wurde auf Facebook unter anderem mit "immer noch absolut lächerlich" kommentiert.
Landrat Rolf Lindemann hat derweil deutlich gemacht, dass mehr im Moment rechtlich nicht zulässig ist. Zudem habe die Kreisverwaltung eine Lösung gesucht, die die Kinderbetreuung nicht nur an einzelnen Wochentagen, sondern kontinuierlich ermöglicht. Nur so könnten betroffene Eltern beispielsweise wieder ihre Arbeit aufnehmen.Die eingeschränkte Regelbetreuung bedeutet deshalb auch, dass Eltern, die ohnehin zu Hause sind, ihre Kinder wohl noch nicht in Kitas und Horte geben können. Vorrang haben die Kinder von Familien, bei denen beide Eltern berufstätig sind.
Mehr lesen zum Thema: 

Personal- und Platzprobleme

Dass die Kindereinrichtungen nicht wieder in vollem Umfang genutzt werden können, hat mehrere Gründe. Zum einen sind das personelle Fragen. Von den Lehrern fehlen derzeit rund 30 Prozent. Das sind Pädagogen, die über 60 sind, Vorerkrankungen haben oder ein Kind erwarten. In den Kitas, wo die Erzieher noch viel engeren Kontakt zu den Kindern haben, könnte die Zahl ähnlich hoch liegen. Dann geht es um den Platz. Allgemein gilt, dass pro zu betreuendem Kind rund 3,5 Quadratmeter Raum zur Verfügung stehen müssen. Dies spielt im Moment kaum eine Rolle. Die Gruppengrößen sind begrenzt. Der Richtwert in der Kita liegt bei zehn Kindern, im Hort bei 15, in der Krippe bei sechs. Und diese Gruppen sollen in gleicher Zusammensetzung und von der gleichen Erzieherin betreut werden.
Ein Vergnügen wird der Kitabesuch so zunächst wohl nicht. Jede Gruppe muss einen separaten Raum nutzen. Freiflächen, also Spielplätze, dürfen immer nur von einer Gruppe besucht werden. Eltern müssen täglich schriftlich erklären, dass keine Person des Haushalts Symptome einer möglichen Corona-Infektion aufweist. Die Kinder sollen nach der vom Kreis erlassenen Verfügung wöchentlich für maximal 30 Stunden in den Kitas aufgenommen werden, für die Horte gilt ein Limit von 20 Wochenstunden. Diese öffnen zunächst für die Erstklässler, in die Kitas werden die Vorschulkinder aufgenommen. Alle anderen folgen in Etappen.