Die Zukunftschancen  für die älteste Eiche Brandenburgs sind eher schlecht. „Befristet“ sei die verbleibene Lebensdauer, heißt es in einem Gutachten aus dem vergangenen Jahr. Das heißt, es wird mit einer Reststandzeit von maximal fünf bis zehn Jahren der Dicken Eiche gerechnet.
Für den Baum, der in Krügersdorf am Feldweg steht, der zur kleinen Gatterwildanlage führt, ist die Stadt zuständig. Wie vom Gutachter empfohlen, wurde im letzten Winter das Totholz beseitigt, wurden Baumkrone und und einige Äste um rund ein Drittel eingekürzt. Mehr müsse man nicht machen, so der Gutachter. Selbst der abgestorbene nordwestliche Teil des Stammes könne stehen bleiben, da keine Bruchgefahr bestehe. Weil die Eiche von Buschwerk und höheren Bäumen umgeben ist, sei sie auch ausreichend windgeschützt. Die abgestorbenen Bereiche des Baumes sind wichtig. Die Eiche gilt als Habitatbaum für den Hirschkäfer.
Das genaue Alter der Dicken Eiche lässt sich nicht bestimmen. Das ist aber bei praktisch allen alten Eichen so. Die Stämme sind hohl, Jahresringe somit selbst dann nicht auszählbar, wenn man die Bäume anbohrt. Bei Eichen schätzt man, dass sie pro Jahr zwischen gut einem und knapp drei Zentimetern an Umfang zulegen können. Die Krügersdorfer Dicke Eiche wird so auf ein Alter zwischen 600 und 800 Jahren kommen. Der Hammelburger Rainer Lippert, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, alle monumentalen Eichen Deutschlands zu dokumentieren, führt die Krügersdorfer Eiche mit einem Brusthöhenumfang von 10,24 Metern auf Platz vier in Deutschland und gibt das Alter mit 600 Jahren an.
Die Krügersdorfer Dicke Eiche hat zudem noch etliche ähnlich imposante Artgenossen in der Nachbarschaft. Einige, wie die Bouquet-Eiche (Stammumfang 8,70 Meter), stehen direkt an der Bundesstraße und werden daher nicht von der Stadt überwacht. In deren Verantwortung liegt aber noch die Trauer- oder Begräbniseiche. Der Baum steht unmittelbar an der Abfahrt von der B 246 nach Reudnitz. Seinen Namen verdankt er einer Tradition. An der Eiche machten die Trauerzüge Richtung Friedhof, der sich nur wenige Meter weiter befindet, einen letzten Halt. Bis zu 15 Jahre könne der Baum noch stehen, heißt es im Gutachten aus dem vergangenen Jahr.
Risse und Blitzbahnen machen dem rund 400 Jahre altem Baum zu schaffen, er hat faulige Stellen und ist von Pilzen befallen. Am stärksten geschädigt sind die zwei Stämmlinge, der mittlere Bereich des Baumes sozusagen, in dem sich der Stamm teilt.
Die vom Gutachter empfohlenen Maßnahmen, um den Baum zu stabilisieren und Sicherheit zu geben, sind ebenfalls umgesetzt worden. Die Kronenhöhe wurde um vier Meter reduziert., Totholz beseitigt, viele weitere starke Äste gekürzt. „Wir hoffen, dass dies dem Baum nutzt“, sagt Andrea Busse, die sich in der Stadtverwaltung um die mehr als 5000 Beeskower Bäume kümmert.
Neben den sechs Krügersdorfer Eichen verfügt Beeskow über vier weitere Naturdenkmale. Eine weitere geschütze Eiche steht auf dem Beeskower Fischerkietz, eine Blutbuche im Irrgarten gilt als Naturdenkmal. Dazu kommen die Eiche am Grabholz in Oegeln und ein weiterer Baum in Krügersdorf, eine Ulme.