Die schönsten Flecken dieser Welt liegen versteckt. Ein wenig ist das auch mit der Reicherskreuzer Heide so. Zwar ist die durch lange Jahre militärischer Nutzung offene Fläche in vielen Karten ausgewiesen, doch wenn man mit dem Auto in Reicherskreuz steht, wird es schwierig. Eine Ausschilderung zum Erlebnispfad gibt es leider nicht. Doch wenn man einfach der kleinen Verbindungsstraße nach Pinnow folgt, stößt man direkt auf die lila Pracht. Die Heide steht in diesen Tagen in voller Blüte. Schon vor dem ersten Hinweisschild auf das Naturschutzgebiet kann man am Wegesrand sein Fahrzeug abstellen, auch in der Folgen bieten sich an der Straße Haltemöglichkeiten, einen ausgewiesenen Parkplatz gibt es leider nicht, wenn man von Reicherskreuz aus anreist.

Am frühen Morgen ist es besonders schön

Und man sollte früh aufstehen und in die duftende Heide fahren. Gerade an Schönwetter-Wochenende zieht es viele Menschen in das Paradies. Dabei gibt es unterschiedlichste Vorstellungen, wie man einen Lehrpfad erkundet. Selbst viele junge Pärchen meinen, dass man die vier Kilometer nur mit dem Auto schafft und höchstens für ein zwei Fotos mal aus dem Fahrzeug springt. Das nervt, wenn man die Natur zu Fuß genießt. Man muss oft zur Seite gehen, um die Fahrzeuge passieren zu lassen. Schade eigentlich. Die Verwaltung des Naturparks Schlaubetal ist offenbar auch ratlos. „Die Problematik im NSG Reicherskreuzer Heide und Schwansee kennen wir und wir arbeiten an diesem Problem“, ist die lapidare Antwort von Naturparkleiterin Inka Schwand. Probleme mit den Wegen gibt es dort schon seit längerer Zeit.

Vorsicht am Aussichtsturm

Arbeiten muss sie auch am Aussichtsturm. Der ist in die Jahre gekommen. Die Stufen neigen sich weit nach vorn, Vorsicht ist vor allem beim Abstieg angesagt. Und eigentlich ist mittlerweile auch ein höherer Turm angesagt, der jetzige ragt ist zumindest für einen Blick Richtung Osten zu flach. Die märkischen Kiefern sind in den letzten zwanzig Jahren gewachsen. Wenn die Naturparkleitung verhindern will, dass die Besucher Campingtische und Stühle für ein Picknick mitten in der Heide aufstellen, wären ein paar mehr Bänke und Sitzraufen entlang der Strecke auch wünschenswert.
Eine Tour durch die Reicherskreuzer Heide

Herbstspaziergang Eine Tour durch die Reicherskreuzer Heide

Erneuert wurden in diesem Jahr die sehr informativen Infotafeln. Da verweilt man gern und macht sich mit Entstehung, Pflege und der Tier- und Pflanzenwelt der Heide vertraut. Die große freie Fläche gibt es nur durch die lange militärische Nutzung. Deshalb sollte man die Wege auch nicht verlassen, große Teile der Heide sind noch nicht entmunitioniert. Dass die Landschaft in ihrer jetzigen Form erhalten bleibt, dafür sorgen Schafe und Ziegen, die das Areal beweiden. Bewacht werden sie von Pyrenäenberghunden, die ebenso wie 80 Zentimeter hohe Elektrozäune dafür sorgen, dass die Schafe nicht vom Wolf gerissen werden. Bisher mit Erfolg.

Hier wird Heidehonig produziert

Jetzt zur Blütezeit, haben viele Imker ihre Bienenvölker in die Heide gebracht. Bis aus Polen kommen sie mit ihren Wagen. Neben den Bienen gibt es viele andere Kleintiere, Insekten und Spinnen in der Heide. Letztere haben ihre Netze zwischen den Pflanzen gewebt, die in der Morgensonne schimmern. Unter den Spinnen ist mit dem Dornenfinger auch die einzige Giftspinne, die in Brandenburg heimisch ist.
Wer nach dem morgendlichen Heidespaziergang noch Lust und Zeit auf mehr hat, kann in wenigen Kilometern Entfernung den Findlingspark Henzendorf entdecken oder um einen in der Nähe gelegenen See spazieren.
Mehr Infos unter www.schlaubetal-naturpark.de