Buntes Treiben herrschte am Sonnabend beim zweiten Familienfest entlang der Stadtmauer. Bei Kuchen, Eis und Grillwürstchen präsentierten Vereine und Einrichtungen ihre Angebote, in der Bibliothek hatten die Kinder viel Spaß bei der Puppenbühne der Polizei.
Man sind die dick: Mindestens einen Meter lang waren die Seifenblasen, die Christian Weigandt in den sonnigen Himmel schickte. Der Erzieher in der Kita „Kiefernzwerge“ hatte sich in einem Eimer eine Spezialmischung aus Wasser, Tapetenleim, Zucker und Linda Neutral zusammengerührt und ließ die Besucher staunen.
Alle Kitas der Stadt waren am Sonnabend dabei. Besonderen Grund zur Freude hatten die „Spreespatzen“, denn Leiterin Ilona Röhl bekam von Schülern des Gymnasiums einen Scheck von 550 Euro überreicht. Im Rahmen ihres UNESCO-Spendenlaufs hatten sie über 2000 Euro eingespielt, einen Teil davon wollten sie einer Beeskower Kita überlassen. Die Wahl fiel auf die „Spreespatzen“,
An allen Ständen durften die Kinder spielen, basteln oder raten, die Eltern konnten sich über Angebote informieren. Ob am Stand der Burg, die für Mitarbeit im Förderverein warb, bei der Logopädin Katja Gundermann, die zu Sprachstörungen berät, bei der Raiffeisenbank, wo Buttons gebastelt werden konnten, beim Betreuungsverein, der mit einem kleinen Ratespiel aufwartete, oder beim Verein Bumerang, der seinen persönlichen Begleitservice für Menschen, die es wieder ins Arbeitsleben schaffen möchten, vorstellte. Auch das neue, in der „hauseigenen Werkstatt“ gebastelte Spiel „Der Sechser machts“ konnten die Leute in Augenschein nehmen. „Das macht ganz doll Spaß“, lobt Vorsitzezender Roland Brunotte. „Weil es so einfach ist, können Junge wie Alte damit spielen.“
Natürlich fehlte die Feuerwehr nicht, die aktiv um jungen Nachwuchs warb und inMichelle Dzwoniarski (10) und Juliet Menzel (9) – beide besuchen die Fontane-Grundschule – zwei neue Mitglieder gefunden hat. „Jetzt brauch' ich nachmittags wenigstens nicht mehr fernsehen“, begründete Michelle ihr neues Hobby. Mitgemacht beim Familienfest haben auch die Parteien SPD, CDU und die Linkspartei, ebenso der DGB mit Thomas Labitzke und Andreas Kokolsky, die beide bei Glunz arbeiten.
Im ehemaligen Schlauchturm hatte Touristikmanager Mike Dittrich einen großen Andrang an klettereifrigen Kindern zu bewältigen, viele Gäste nutzten die Möglichkeit, vom Turm einen Blick über Beeskow zu werfen. Und nicht zuletzt präsentierten Edith Puffpaff und Rutger Stolte die sportlichen Angebote von Preußen Beeskow.
Für die ehemalige Berlinerin Martina Schurig und Töchterchen Emma, die der Liebe wegen nach Radinkendorf gezogen ist, war das Fest eine willkommene Gelegenheit, sich einen Überblick zu verschaffen. „Toll, was hier auf die Beine gestellt wurde.“ Das Lob galt den Akteuren des Beeskower Familienbündnisses, das in der Stadt ein freundliches Klima des Miteinander schaffen möchte.
Die 300 Euro, die Bürgermeister Frank Steffen der größten Familie für ein Buffett spendieren wollte, blieben allerdings im Topf. Niemand hatte sich gemeldet – die Beeskower sind offenbar viel zu bescheiden.