Rings um den Konferenztisch in der Burg Beeskow sind bunte Wimpel in den Nationalfarben Polens, Sloweniens, Österreichs, Italiens, Deutschlands sowie das Europäische Sternenbanner aufgestellt. Eingeladen hatte das Bildungswerk der Wirtschaft in Berlin und Brandenburg (bbw). Inhaltlich ging es um einen Erfahrungsaustausch, wie die Erzeugung und Nutzung regenerativer Energien zu neuen Arbeitsplätzen führen kann.
Als Gäste waren unter anderem Vertreter des Kreises Oder-Spree, der Städte Beeskow, Friedland, und Sulecin (Polen), des Tourismusverbandes Seenland Oder-Spree, der Wirtschaftsförderungsgesellschaft, der regionalen Planungsgemeinschaft Oderland-Spree sowie Wissenschaftler und Firmenvertreter aus Slowenien, Österreich und Italien erschienen.
Anlass des Treffen war eine neue Qualifizierungsmaßnahme für Langzeitarbeitslose und Frauen, die älter als 50 Jahre alt sind. Diese sollen ab Oktober zur "Servicekraft für Elektroenergie und Elektromobilität" ausgebildet werden. Das Projekt wird durch das Arbeitsministerium aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds und des Landes Brandenburg gefördert. Die sechsmonatige Qualifizierung hat zwei künftige Betätigungsziele: Betreuung und Wartung von Photovoltaikanlagen einerseits und Betreuung und Wartung von Elektrofahrrädern.
Die Vertreter Polens, Sloweniens und Italiens haben auf der Konferenz ihre Erfahrungen mit dem Fahrradtourismus vorgestellt. Demnach sind Angebote, in die E-Bikes integriert sind, ein wachsender Markt, der durchaus Bedarf nach entsprechenden Fachkräften weckt.
Laut Hanna Gläsmer, Dezernentin für Kreisentwicklung, Umwelt und Bauen, ist die Wirtschaft im Kreis auf die neuen Energieprämissen gut eingestellt. Sie nannte einige Unternehmen, die erfolgreich am Markt der erneuerbaren Energien mitmischen. Dazu zählt die Firma Chemie- und Tankanlagenbau Reuther in Fürstenwalde, die unter anderem Stahlrohrtürme für Windkraftanlagen baut. Die Firma Oderglas in Müllrose sei mit ihren Funktionsgläsern im Bereich der Energieeinsparung aktiv und stelle Solarstrommodule her. Der Raum Beeskow sei ein wichtiger Standort für Energiegewinnung aus Biomasse sowie aus Windenergie. Der Kreis produziere 129 Prozent seines eigenen Stromverbrauchs und sei damit ein ernstzunehmender Energieexporteur.
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