Die van der Jagt GbR bewirtschaftet bereits seit Jahren am Oegelner Ortsrand eine Mastanlage mit rund 212 000 Hähnchen. Nun hat der Investor, Edwin van der Jagt, die Genehmigung erhalten, eine weitere Stallanlage für 126 000 Tiere zu errichten.
Bereits im Mai 2012 hat er den Antrag beim Landesamt für Umwelt (LfU) eingereicht und ein langes Genehmigungsverfahren hinter sich. Eine Umweltverträglichkeitsstudie wurde erstellt, Fachämter der Kreisverwaltung wie die Bauaufsicht und die Natur- und Wasserschutzbehörde wurden beteiligt. Kosten für den Antragsteller rund 40 000 Euro. Zahlreiche Auflagen wurden erteilt. Statt der einst geplanten Anlage für rund 200 000 Tiere, ist die Summe auf 126 000 reduziert worden. Auch eine "DGL zertifizierte Abluftreinigungsanlage" muss van der Jagt einbauen. Wenn er denn baut. "Ich muss erst prüfen, ob mit den Auflagen die Anlage für mich noch wirtschaftlich zu betreiben ist. Denn die neue Anlage kostet Millionen", sagt der 41-Jährige gebürtige Holländer, dessen verstorbener Vater die bestehende Mastanlage und auch die Biogasanlage in Oegeln errichtet hat. Der Markt für die Hähnchen sei da, sagt van der Jagt, der seine Tiere zur Weiterverarbeitung in den Storkower Schlachthof bringt. Wenn die Kücken bei ihm eingestallt werden, dauert es durchschnittlich fünf Wochen bis zur Schlachtreife.
Van der Jagt weiß um die Vorbehalte in der Gesellschaft zur Massentierhaltung, doch er halte sich an die Gesetze. "Es gibt ja regelmäßig Kontrollen zum Tier- und Seuchenschutz. Und das ist auch gut so."
Seit einer Veröffentlichung in der Märkischen Oderzeitung am 27. Juni 2012 und einer Erörterungsversammlung am 16. Oktober 2012 im Märkischen Dorfkrug sind auch die Bürger über das Vorhaben informiert. Lediglich fünf Einwände waren eingegangen. Die Stadt Beeskow hatte mit Schreiben vom 28.8August 2012 das "gemeindliche Einvernehmen" zum Vorhaben erklärt.
Auf die Frage, warum es kaum Protest gegen die Anlage gab und gibt, sagt Ortsvorsteher Bernd Medejczyk: "Mit Herrn van der Jagt hatten wir nie Schwierigkeiten, anders als mit den Betreibern der Biogasanlage. Belastungen durch die bereits bestehenden Hähnchenanlage gibt es nur, wenn ausgestallt wird, also wenn die Tiere verladen werden. Dann stinkt's. Aber wir leben nun mal auf dem Dorf."
Entsprechend den Immissionrichtlinien darf es auch ein bisschen stinken. "Auf dem Land gilt ein anderer Standard als auf dem Beeskower Marktplatz", erklärt dazu Helmar Hentschke, Rechtsanwalt von Edwin van der Jagt.
Im Genehmigungsbescheid steht, dass die zu erwartenden Schall-, Staub-, Geruchs- und Ammoniakbelastungen "irrelevant" seien.
Derzeit sind die Bescheide und die dazugehörigen Unterlagen im Landesamt für Umwelt in Frankfurt (Oder) und in der Stadtverwaltung in Beeskow zur öffentlichen Einsicht ausgelegt. Da das gesamte Verfahren einen öffentlichen Charakter gehabt habe, gebe es auch den Anspruch, den Interessierten das Ergebnis mitzuteilen, so Rechtsanwalt Henschke. Auch jetzt sei es noch möglich, Widerspruch einzulegen.
Der Genehmigungsbescheide für die Broilermastanlage sind in der Stadtverwaltung Beeskow zu den Sprechzeiten im Büro von Kerstin Bartelt einzusehen. Telefonische Anmeldung (03366 42235) wird empfohlen.