Das, was er als diesjähriges Weihnachtsoratorium angekündigt hatte, nämlich "eine prächtige Weihnachtsmusik, welche die freudigen und liebreizenden Züge der Weihnachtsgeschichte betont", war es dann auch am Sonnabend in dem wie gewöhnlich voll besetzten Seitenschiff der Beeskower Marienkirche. Es erklang wie bei dem Bachschen Weihnachtsoratorium "mit Pauken und Trompeten" von Johann Wilhelm Hertel (1727 – 1789), die Kantate "Die Geburt Jesu Christi". Für sie hatte der Chor seit August intensiv geprobt.
Man hört dem Werk  an, dass es für einen fürstlichen Rahmen geschrieben worden ist, nämlich für den Hof des Herzogs Friedrich von Mecklenburg-Schwerin. Es ist überliefert, dass sowohl in Schwerin als auch in Ludwigslust, wohin der Herzog seinen Hof verlegte, diese Musik sehr beliebt war. Sie beginnt gleich mit einem rasanten Eingangschor, in dem die Kantorei ihr ganzes Können unter Beweis stellen musste. Als Solisten konnten wieder in Beeskow bekannte und bewährte Sänger gewonnen werden. Die Altistin Kerstin Domrös konnte gleich am Anfang ihre ganze Ausdruckspalette zeigen. In ihrem Rezitativ wurde es dramatisch, denn "der Himmel reißt", während die darauffolgende Arie gesanglich fließend interpretiert wurde. Besonders klangschön kam ihre Stimme im Duett mit der Oboe zur Geltung.
Mit Pauken und Trompeten
Die Musiker kamen wie immer vom Neuen Kammerorchester Potsdam und leiteten vom aufgewühlten Rezitativ zur ruhigen Arie mit der Passage über "der Quelle sanften Rieseln" mit einem wiegenden Zwischenspiel über. Pauken und Trompeten wurden sparsam eingesetzt, was sie besonders wirkungsvoll hervorhob. Das war zum Beispiel so bei der Geburt des Heilands, die Tenor Peter Ewald glanzvoll verkündete. Seinen herausragenden Part hatte der Bass Markus Köhler kraftvoll und mit langen Koloraturketten in seiner ersten Arie, in der es heißt: "Welch ein Rat der Liebe hoch wie der Himmel! Himmelweit!"
Der Chor hatte größtenteils die Aufgabe, mit in sich ruhenden, schlichten Chorälen die Wogen der Emotionen zu glätten. Dabei erklangen die Melodien bekannter Weihnachtslieder. In der Nummer 17 allerdings setzte er mit einem fugenartigen Freudengesang einen  glänzenden Höhepunkt, während die Sopranistin Yvonne Friedli mit einer gleichsam für eine Primadonna komponierten, brillant gesungenen Jubelarie faszinierte.