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Gleichzeitig erklärte der Landrat, dass die Führungskräfte seines Hauses am Wochenende gemeinsam mit den Bürgermeistern die Einhaltung der Allgemeinverfügungen kontrollieren werden. Das betreffe vor allem die Umsetzung der Ladenschließungen. Lindemann bekannte, dass es auch wegen des Zeitdrucks, unter dem die Entscheidungen getroffen werden mussten, einige offene Fragen gebe, die nun nach und nach geklärt würden. Das beziehe sich beispielsweise auf die Öffnung von Filialen einzelner Handelsketten. In Beeskow beispielsweise waren Pfennigland und McGeiz zunächst noch geöffnet, gestern dann aber doch geschlossen.
"Zeitnah" kündigte Lindemann zudem weitere Schließungsverfügungen an. Er bestätigte, dass vor allem Mitarbeiter von Friseurgeschäften angefragt hätten, warum sie weiter öffnen müssen. Der Frankfurter Oberbürgermeister René Wilke hatte bereits am Donnerstag erklärt, dass in der Stadt ab Montag Friseure und auch Therapeuten schließen müssen. Für die Geschäfte ist es ein Unterschied, ob sie freiwillig schließen oder aufgrund einer behördlichen Verfügung. Im letzteren Falle stehen ihnen finanzielle Entschädigungen zu. Deshalb drängen vor allem Friseure auf die Schließungsverfügung.

Geschäfte schränken sich ein

Einige Salons handeln nun aber auch selbst. So erklärte der Storkower Friseur Wehner, dass das Team gemeinsam beschlossen habe, den Geschäftsbetrieb ab kommenden Woche ruhen zu lassen. Auch andere Geschäfte, die eigentlich handeln dürften, machen Einschränkungen. So bleiben am Sonnabend alle Filialen des Baustoffhändlers Leymann zu. Die Sparkasse Oder-Spree schränkt in großen Geschäftsstellen die Zahl der Kunden ein, die gleichzeitig eingelassen werden und kürzt die Öffnungszeiten. Maximal bis 16 Uhr sind die Schalter geöffnet. Landrat Rolf Lindemann erklärte zudem im Namen der Sparkasse, dass es nicht sinnvoll sei, ohne speziellen Grund größere Summen abzuheben. Vor allem Senioren täten dies. An Senioren und Jugendliche hat sich der Landrat auch in einer Videoansprache gewandt. Er forderte dazu auf, sich an die Regeln zu halten und möglichst zu Hause zu blieben. Ältere Menschen sollten möglichst nur dringliche Einkäufe erledigen, die Jugend auf Schulfrei- und Coronapartys verzichten. Auch Arztbesuche, so der Landrat müssten eingeschränkt werden. In den Warteräumen der Praxen bestehe eben eine hohe Infektionsgefahr. "Blutdruck messen muss nicht der Arzt", so Lindemann.
Auf den Zeitplan für den Bau der Teslafabrik habe die Corona-Pandemie aktuell aus Kreissicht noch keine Auswirkungen. Durch die Verschiebung der Anhörung zu den Einwänden gegen die Fabrik habe das Unternehmen die Möglichkeit, einige der Bedenken durch Umplanungen auszuräumen. Gleichzeitig laufen die genehmigten Planierarbeiten auf dem Gelände, so Sascha Gehm, Erster Beigeordnete des Landrats.