Im „Irrlandia“ war am Donnerstag volles Haus. Ferienkinder und Urlauber mit ihrem Nachwuchs vergnügten sich auf der Anlage. Immer wieder blieb jemand bei den Künstlern des Workshops stehen und beobachtete sie bei der Arbeit. Es gab auch die Möglichkeit, sich ganz spontan selbst zu beteiligen. Zum Beispiel im Bastelzelt oder bei Guzel Ibragimova aus Alt Stahnsdorf. Die Hobbykünstlerin, die aus Kasan stammt, bemalte lange Holzschwarten mit bunter Farbe nach russischer Art. Wer wollte, konnte mittun. Später sollen diese riesigen Bretter vor dem Heckenlabyrinth aufgestellt werden.
Ein paar Schritte weiter waren Workshop-Teilnehmer aus der Slowakei und Lettland dabei, Figuren aus Stroh und Kiefernzapfen zu basteln. Und dicht am Eingang hatte der polnische Holzschnitzer Lech Beben sein „Freiluftaltelier“ aufgeschlagen. Eine Bärenmutter mit kleinem Bärenkind war schon fertig gestellt, und nun war der Holzkünstler dabei, mit der Kettensäge aus einem dicken Eichenstamm eine Geige spielende Grille zu zaubern. „Alle diese Kunstwerke sollen nach dem Symposium ihren Platz auf dem Gelände hier bekommen und die Anlage bereichern“, sagte Matthias Beier, der Projektleiter von „Irrlandia“.
Der Mitmachpark ist gemeinsam mit dem Storkower Burg-Kultur Verein Initiator und Ausrichter dieses internationalen Workshops der Europäischen Storchenstädte Vereinigung (ESCO). „Damit wollen wir eine Nachfolge des Strohfestivals etablieren, das hier früher alle zwei Jahre stattgefunden hat“, sagte Sylvia Bartusch vom Burg-Kultur Verein, die auch die Storkower ESCO-Koordinatorin ist. In dieser Vereinigung haben sich Städte zusammengeschlossen, die einen Storch im Wappen tragen. Aus Staicele (Lettland), Komarovce (Slowakei) und Ramygala (Litauen) sind Teilnehmer zum Workshop gekommen. Einige von ihnen waren schon zu den Strohfestivals in Storkow gewesen, und so gestaltete sich der jetzige Workshop wie ein Treffen unter guten Freunden. „Es ist hier eine wunderbare Gemeinschaft“, schwärmte Sylvia Bartusch. Neben dem künstlerischen Arbeiten standen auch Ausflüge zum Beispiel auf die Sommerrodelbahn und eine Bootsrundfahrt auf der Tagesordnung. „Wir haben so viel Unterstützung bekommen, von der Sparkassenstiftung, der Stadt Storkow, der Feuerwehr Storkow, verschiedenen Gastronomen“, freute sie sich.
Auch die Workshopteilnehmer fühlen sich pudelwohl in Storkow. „Es ist wunderbar hier“, schwärmte Laima Kiskene aus Litauen, die mit ihrem Manan und drei Kindern nach Storkow gekommen war. „Wir sind schon das vierte Mal hier und haben viele gute Bekannte.“ In der Kreativwerkstatt hat sie zwei wunderbare Vögel aus Ton kreiert, während ihr Sohn Tautvydas ein witziges Monstertier formte. Die gebrannten Kunstwerke sollen dann später auf der Burg ihren Platz finden.
Am Sonntag geht es für alle wieder nach Hause. Doch der Workshop soll künftig zur Tradition werden.