Am Dienstag um 8 Uhr startet sie mit Kollege Krzysztof Krawszyk, Polizeihauptkommissar, zur Tour durch die Stadt. Während sich die Beamten beim ersten Einsatz am 20. August noch nachsichtig geben und es bei mündlichen Verwarnungen belassen, werden am Dienstag Verstöße gegen die Straßenverkehrsordnung repressiv geahndet.
Alkohol am Morgen
Schon kurze Zeit später, gegen 8.30 Uhr fällt den Polizisten ein Radfahrer auf, der auf der falschen Seite unterwegs sind. Der Radler wird gestoppt. Als Krzysztof Krawszyk mit dem Mann spricht, schlägt ihm Alkoholgeruch entgegen. "Wir haben einen Alkoholtest gemacht und kamen auf ein Ergebnis von 1,7 Promille. Ein Promille mehr, als erlaubt. Also wurde eine Streife angefordert, die den Mann zum Bluttest ins Krankenhaus fährt." Wenn sich das Ergebnis bestätigt, wird es Böse, sagt Heike Hundt: "Dann geht die Sache wahrscheinlich vor Gericht und die Geldstrafe wird nicht unerheblich ausfallen."
Radfahrer im Blick
"Das Hauptaugenmerk der Streife richtet sich erneut auf die Radfahrer", sagt Bernd Böttcher, Polizeihauptkommissar von der Polizeiinspektion Frankfurt (Oder). "Die Fahrradstaffel wurde von den Beeskowern angeregt, weil die Radler zunehmend das Stadtbild erobern." Für alle Verkehrsteilnehmer gleichermaßen gilt jedoch, Vorsicht und gegenseitige Rücksichtnahme: "Somit sind auch Radfahrer keine Ritter der Landstraßen."
Laut Polizei-Statistik verursachten Radfahrer im Zeitraum vom 1. Januar 2016 bis 31. August 2019 im Raum Beeskow Stadt 25 Unfälle, davon 16 mit Personenschaden und einem mit schwerem Personenschaden. Die Unfallkosten insgesamt belaufen sich auf 460 Tausend Euro. 2018 kam es alle anderthalb Monate zu einem, von Radfahrern verursachten Unfall, 2019 fast in jedem Monat zu einem. Häufigste Unfallursachen sind  Alkohol und die nicht korrekte Benutzung der Fahrbahn oder des Gehwegs. Donnerstags passieren die meisten Unfälle. Am kritischsten wird es um 16 Uhr, aber auch elf und 13 Uhr sind risikobehaftete Zeiten.
Wendiger als mit dem Auto
Kurz vor elf müssen Heike Hundt und Krzysztof Krawszyk weiter. Per Funk werden sie zu einer hilflosen Person gerufen. "Wir sind für alles zuständig und auch genauso ausgerüstet, als wenn wir im Streifenwagen unterwegs wären", sagt die 47-jährige Polizeioberkommissarin. Sie fährt seit 2012 bei der Fahrradstreife: "Diese Art zu arbeiten ist sehr interessant, zumal wir den Menschen näher sind, mehr auf Augenhöhe." So werden die Polizisten auch direkt von Radfahrern angesprochen, weil die nicht wissen, wann sie auf dem Gehweg fahren können und wann nicht. So auch von Rosemarie Hotzan, die die Polizisten anspricht. Sie lässt sich das korrekte Verhalten auf der Berliner Straße genau erklären.