Für gewöhnlich muss es morgens schnell gehen. Bei Clara Maria Püschmann ist es nicht anders. Zum Frühstück isst die Achtjährige Toaststulle mit Butter. Am Donnerstagmorgen gibt es Spieße mit Vollkornbrot, Käse und verschiedenen Gemüsesorten. Zubereitet werden sie in der Schule. Jedes Kind darf sich aufpieksen, was es mag. Statt Unterricht dreht sich heute für die Drittklässler alles ums Essen. „Mehr bewegen – besser essen“ ist das Projekt der Edeka Stiftung überschrieben. Im Auftrag der Stiftung bereisen verschiedene Teams bundesweit Grundschulen und reden mit den Schülern über Ernährungspyramide und Verdauung, Bewegung und Nachhaltigkeit. Ein Highlight: das gemeinsame Kochen.
Zum Team Berlin und Umland gehören Delia Plangg und Pascal Spindler. Am Donnerstag sind sie in Görzig dabei. Unterstützt werden sie bei der Umsetzung von Denise Röseler, Inhaberin der Edeka-Filiale in Beeskow, die die Zutaten liefert. Wofür sie alles Verantwortung tragen, möchte Delia Plangg von den Schülern wissen. Sofort schießen Hände in die Höhe. „Mein Haustier“, „kleinere Geschwister“, „Wenn meine Eltern weg sind, dann trage ich Verantwortung für das Haus“, prasseln die Antworten auf sie ein. Und was ist mit der Natur und Umwelt? Dafür auch, da sind sich die Kinder einig. „Wenn man picknickt, dann muss man seinen Müll einsammeln“, erklärt beispielsweise ein Mädchen.
Spielerisch arbeitet sich die Gruppe zu brisanten Themen vor. Dass eine Plastiktüte bis zu 400 Jahre braucht, bis sie zersetzt ist, überrascht die Schüler. Doch sie kennen Alternativen zur Tüte: „Stoffbeutel und Korb“. Auch über Überfischung wird gesprochen. Delia Plangg klärt über nachhaltigen Fischfang und das MSC-Siegel auf. Nach einer Spieleinlage wird gemeinsam das Mittagessen zubereitet. Während die einen Gemüse für eine selbst gemacht Tomatensoße schnippeln, die zu Vollkornnudeln serviert wird, bereiten andere eine Stracciatella-Quarkspeise zu. Fünf Schüler kümmern sich um den Obstsalat. Jasper Knaute schneidet Mango. Eigentliche möge er die gar nicht so gern, verrät der Neunjährige, kosten wird er das Ergebnis trotzdem – ist doch selbst gemacht.