Es ist Montag. Das bedeutet im Wochenplan für die Schüler der Klasse 9 b immer Praxistag außerhalb der Schule. Benjamin Köster, Jan Wittig, Jennifer Liebe und Franziska Langer allerdings bleiben auf dem Campus. Ihr Platz ist die Schülerküche, denn sie gehören zur Schülerfirma der Europaschule, an der zur Zeit insgesamt 25 Schülerinnen und Schüler genossenschaftlich beteiligt sind.
Während in der Werkstatt gebohrt und Holz geglättet wird, bereiten Benjamin und Jan ein zusätzliches Mittagsangebot für die große Pause vor. Unterstützt werden sie durch Veronika Reuter sowie die zwei Praktikantinnen Eileen Keller und Gina Götz, die ihre Ausbildung zur Schulsozialarbeiterin absolvieren. "Es gibt eine reguläre Schulspeisung, zu der sich die Schüler vorher über Internet anmelden müssen", erklärt Eileen Keller, die schon zum dritten Praktikum hier ist und im Mai ihren Abschluss macht. "Am Essen der Schülerfirma aber ist eine ganz spontane Teilnahme möglich", nennt sie den Vorteil. Manche Schüler, so hat sie beobachtet, essen auch beides: das reguläre Schüleressen und das Essen der Schülerfirma. Jan will einmal Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung werden und hat schon gute Chancen auf einen Ausbildungsplatz. Das Catering für seine Praxisarbeit hat er gewählt, weil er später im eigenen Haushalt auch gut kochen können möchte. Er nennt das Besondere des Angebots: Die Speisen sind immer frisch zubereitet, und sie sind nicht auf dem Speiseplan des regulären Schulessens zu finden.
Eine Woche vorher wird von den Schülern der Firma geplant, was es zu essen geben soll. Eingekauft wird dann am Praxistag, der 7.30 Uhr beginnt und etwa bis 13.30 Uhr währt. Heute gibt es Quark mit Backkartoffeln. Der Magerquark wird mit Creme Fraiche und frischen Kräutern angerührt, die Kartoffeln gewaschen, mit der Schale angekocht, in Alufolie gewickelt und im Herd fertig gegart. Zwanzig bis dreißig Portionen sind es jedes Mal, die durch das Cateringteam dann auch selbst je nach Gericht für 40 Cent bis drei Euro verkauft werden. "Am besten kommt unser Brownie-Kuchen mit Schokolade an", hat Jan festgestellt. "Gern genommen werden auch unsere Pizzas in drei Varianten, für die wir den Teig selbst herstellen." Bleibt einmal etwas übrig, kommt es in den Kühlschrank und wird am nächsten Tag verkauft. "Was dann noch da ist, essen wir selbst", schmunzelt Jan.
"Das eingenommene Geld gehört der Genossenschaft und wird eingesetzt, um die Zutaten für die Speisen und das Material für die Werkstatt zu kaufen. Der Rest wird gespart und am Ende des Schuljahres je nach Umfang der Beteiligung in Form von Gutscheinen an die Mitglieder ausgeschüttet", weiß Eileen Keller.
Auch Schüler anderer Klassenstufen arbeiten beim Catering. So wird das Buffet für die Blutspender, die am 23. Februar zwischen 15 und 19 Uhr ins Arbeitslehrezentrum der Europaschule kommen, diesmal von Zehntklässlern in ihrer Freizeit ausgerichtet, wie der Schulsozialarbeiter Christoph Jänisch erklärt, der die Firma zusammen mit dem Lehrer Lehrers Ralf Gräbner betreut.