Mit einem sanften Ruck ziehen Friedlands Bürgermeister Thomas Hähle und Schulleiterin Elke Lange das weiße Tüchlein von der Tafel, die außen am Schulgebäude, gleich neben der Treppe, angebracht ist. Dann können es die anwesenden Sechstklässler lesen: „Schule für gemeinsames Lernen“ steht darauf geschrieben.
Seit Schuljahresbeginn werden in der Friedländer Einrichtung Kinder ohne Auffälligkeiten und solche mit Beeinträchtigungen, Behinderung und besonders Begabte gemeinsam unterrichtet. Dafür sind der Schule zwei zusätzliche Lehrkräfte zugeteilt worden. Ingolf Griesche verstärkt das nunmehr elfköpfige Lehrerkollegium als einziger Mann, Cindy Stierholz ist als pädagogische Mitarbeiterin eingestellt worden. Mit dem Personalzuwachs können die 14 zusätzlich benötigten Lehrer-Wochenstunden, die sich aus dem neuen Schulprofil ergeben, abgedeckt werden.
22 der 148 Schüler haben körperliche oder geistige Einschränkungen. 12 Schüler werden mit einem sonderpädagogischen Schwerpunkt beschult. Acht weitere haben einen besonderen Förderbedarf. Zwei Schüler sind geistig behindert. Die Friedländer Grundschule ist auf das Förderprofil „LES“ vorbereitet.
Das bedeutet, dass Kinder wegen Defiziten im Lernen, wegen sozial-emotionaler Auffälligkeiten und wegen Sprachdefiziten besonders gefördert werden. Dafür sind Teilungsstunden und Förderunterricht vorgesehen.  Kerstin Ziehe, dies seit mehreren Jahren als Sonderpädagogin an der Schule arbeitet, ist die Koordinatorin für die Umsetzung des neuen Schulprofils. Ihr ist es wichtig, nicht nur den Defiziten Aufmerksamkeit zu schenken, sondern auch den besonderen Begabungen.
Neben Stärkung des Personals gibt es auch eine bauliche Veränderung. So ist im Mehrzweckraum, der meistens als Essensraum genutzt wird, eine Schallschutzdecke installiert worden, die den Lärmpegel deutlich reduziert. In der Praxis bekommen die Kinder mit körperlichen oder geistigen Beeinträchtigungen einen Lernpartner an die Seite gestellt, berichtet Schulleiterin Elke Lange. Sie begrüßt das neue Schulprofil. Die Schüler würden mit der Andersartigkeit ihrer Mitschüler ganz natürlich umgehen. „Die meisten kennen sich eh schon aus der Kindergartenzeit, die Besonderheiten spielen also im Alltag überhaupt keine Rolle mehr.“
Entscheidend sei, und damit ist sich die Schulleiterin mit der Sonderpädagogin einig, dass auch in Zukunft immer genügend Personal bereitgestellt wird, um die Aufgaben zu meistern.
Tag der Offenen Tür an Grundschulen: Ludwig-Leichhardt-GS Tauche: Freitag ab 15.30 Uhr. GS Friedland: Samstag ab 10 Uhr. GS an der Stadtmauer Beeskow: Samstag 10 bis 12 Uhr.