Donnerstagmittag, gegen Ende der Bewerbungsfrist, wurde es noch einmal richtig spannend. "Kurz vor 12 Uhr gingen bei uns noch Schreiben von zwei Einzelbewerbern ein", berichtet der Wahlleiter für Oder-Spree, Michael Buhrke. Es handelt sich um die Bewerbungen von Harry Peters (62) aus Dahmsdorf und Werner Lehmann (67) aus Kossenblatt. Nun sind also sieben Kandidaten im Rennen. Die anderen fünf hatten ihre Kandidatur wesentlich früher entweder selbst oder über ihre Parteien bekannt gegeben.
Die CDU schickt Sascha Gehm in den Ring. Die CDU-Basis des Kreisverbandes Oder-Spree hatte den 34-jährigen Juristen aus Fürstenwalde mit 89,3 Prozent der abgegebenen Stimmen zum Kandidaten gewählt. Gehm ist in der Rechtsstelle der Stadtverwaltung Fürstenwalde tätig.
Torsten Giesel aus Wellmitz tritt als parteiloser Einzelkandidat an. Der 48-Jährige gelernte Gastronom ist seit acht Jahren Mitglied im Wellmitzer Ortsbeirat. Seit 1995 lebt der gebürtige Eisenhüttenstädter in dem 900-Einwohner-Dorf. Ein Jahr später eröffnete er die Gaststätte "Dorfmitte".
Für die Piraten steigt Kai Hamacher in die Takelage. Der Fürstenwalder Stadtverordnete wurde vom Regionalverband Dahme-Oder-Spree der Piratenpartei, der er angehört, nominiert. Der 42-Jährige, der seine Tochter alleine erzieht, lebt seit seiner Jugend in Fürstenwalde, teilt der Regionalverband mit. Auf der Piraten-Homepage bezeichnet ihn seine Partei als "ein Mann der Basis und des sozialen Gedankens".
Die SPD Oder-Spree hat am 17. September Rolf Lindemann mit 95,5 Prozent der Stimmen zum Landratskandidaten gewählt. Der 59-Jährige Jurist aus Kohlsdorf ist derzeit 2. Beigeordneter und Dezernent im Landratsamt für Soziales, Grundsicherung und Integration.
Für die Linke kandidiert Eberhard Sradnick. Der 59-Jährige Leißnitzer (parteilos) sitzt für die Linke seit 2008 im Kreistag. Sradnick ist von Beruf Tierarzt. Als langjähriger Stadtverordneter der Stadt Friedland und Fraktionsvorsitzender im Stadtparlament verfügt der Kandidat über viel Erfahrung auf kommunalpolitischer Ebene.
Die Bewerbungen stehen noch unter Vorbehalt. Denn sie müssen vom Wahlausschuss erst bestätigt werden. Dieser tritt am 27. September zusammen.
Zwei Monate später, am 27. November, sind dann rund 155 000 wahlberechtigte Bürger zwischen Erkner und Eisenhüttenstadt aufgerufen, den neuen Landrat als Nachfolger Manfred Zalengas (66 Jahre, parteilos) zu wählen. Die Wahl wird nötig, weil sich der jetzige Landrat im Februar vor Ende seiner offiziellen Amtszeit in den Ruhestand verabschiedet.
Erstmals dürfen die Bürger ihren Landrat direkt wählen. Bisher war das den Abgeordneten des Kreistages vorbehalten. Sollte es am 27. November zu keinem klaren Ergebnis kommen, ist für den 11. Dezember ein Stichwahltermin vorgesehen, teilt die stellvertretende Wahlleiterin Ulrike Gliese mit.