Verwittert, angegraut und beschmiert – so kennen Vorbeifahrende und -gehende die Trafostation am Kreisel neben den Treppen, die zum Supermarkt am Kreisverkehr Frankfurter und Friedländer Chaussee führen. Obwohl das Gebäude schon älter ist, wurde das Innenleben, also die Schaltgeräte nach der Wende modernisiert. Damit bleibt die Daseinsberechtigung der Station erhalten – und soll auch von außen in diesem Jahr aufgehübscht werden.
Als Gestaltungs-Motiv schwebt Steffen Bölike und Tino Brauer vom Betreiber E.dis eine Stadtansicht von Süden kommend auf den Mühlenberg vor. „Höhepunkt sollte der Mühlenberg mit intakter Bockwindmühle sein“, erzählt Bölike. Doch dazu wird es nicht kommen. „Leider ist es nicht gelungen, alte Fotos oder Zeichnungen mit entsprechenden historischen Ansichten zu besorgen“, bedauert Obermeister Tino Brauer.

Geschichtskenner Dieter Gutsche ist dabei

Aufgeben ist jedoch keine Option. Zu einem Vor-Ort-Treffen haben sich die beiden Dieter Gutsche, Kenner der Geschichte Beeskows und Autor des Kreisstadt-Fotobuchs „Einst und Jetzt“, eingeladen. Etwa 20 Bilder hat er auf dem Stick, Postkartenmotive, eigene Fotos und auch Bilder aus dem Stadtarchiv. Gemeinsam werden die Bilder auf dem Notebook angeschaut – was angesichts der einzuhaltenden Abstände gar nicht so einfach ist.
Relativ schnell wird man sich einig, auch weil es kalt und ungemütlich ist. „Die Stadtansicht vom Anfang des 18. Jahrhunderts in Sepia kann ich mir gut auf der Front vorstellen“, bekundet Steffen Bölike. Nur der Turm der Burg müsse versetzt werde, dass passe vom Standort nicht: „Aber wozu gibt es Photoshop?“ Auch die Motive für die Seiten – die Feuerwehrschule in den 30er Jahren mit Übungsturm und der Blick auf Beeskow über den Bahrensdorfer See – stehen schnell fest. „Das wird dann auch farbig“, so Brauer. Die Rückfront werde von der Spree verziert, die sich in der Ferne verliert.
Die Motive sind noch nicht gesetzt, Dieter Gutsche wird noch ein passendes Bild liefern. „Die Themen werden dann zusammengestellt, dann geht eine Mail mit Bildern und Vorabbeschreibung nach Potsdam“, erklärt Steffen Bölike die weitere Vorgehensweise. „ART-EFX“ habe schon in Beeskow gearbeitet. „Die Jungs sind echt gut“, schwärmt er. Wenn die Entwürfe vorliegen, würden diese mit Dieter Gutsche gemeinsam angesehen und im Anschluss die Arbeit beauftragt. „Dann tackern die Jungs die jeweiligen Bilder an die Wände und los geht’s.“ Im Sommer sei die beste Zeit dafür.