Das Transparent ist weithin sichtbar. Ist das große Tor aufgesperrt, offenbart sich zunächst der Innenbereich eines ganz normalen Bauerngehöfts. Lässt der Betrachter jedoch den Blick in Richtung Garten schweifen, präsentiert sich eine Oase. Alte Apfel- und Birnenbäume, zahlreiche Becken mit blühenden Seerosen inmitten einer Wiese. Frösche quaken, Schwalben sausen durch die Luft und filigrane Libellen schwirren über den Wasserflächen.

"Denver" für die Queen

Angefangen hat der heute 39-Jährige mit drei Pflanzen der dunkelroten und winterharten "Burgundy Princess". "In den Ferien musste ich immer arbeiten", erzählt Zilinski. "In einer Baumschule habe ich die Seerosen für mich entdeckt." Zuerst habe er die Nachbarschaft mit den Pflanzen versorgt, dann sich selbst." Das Land gehört seiner Oma Elli, die ihm damals das Geschäftsmodell gesponsert hat: "Sie ist jetzt 92 Jahre."
Inzwischen wird in der kleinen Gärtnerei eine große Vielfalt an winterharten und tropischen Seerosen (Nymphaea) und Lotosblumen (Nelumbo) in mehr als 200 Sorten produziert. Zwischen den Teichen watscheln schnatternd und sehr aufrecht vier Laufenten umher, die, wie Christian Zilinski sagt, das Gelände von Schnecken freihalten.
Seerosenfarm

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Im hinteren Teil des Gartens stehen fünf Gewächshäuser, wahre Schatzkammern. Die Luft im Innern ist schwülwarm, an der Foliendecke sammeln sich dicke Wassertropfen. In schwarzen Bottichen, die eng aneinander gereiht auf dem Boden stehen findet man ein Blüten-Farbfeuerwerk: Seerosen nahezu aller Farbschattierungen und Lotusblumen, deren Blüten weit über die Wasserfläche hinausragen.
Christian Zilinski, der im Hauptberuf Marketingmanager in einem sehr renommiertem Berliner Hotel ist, erzählt nicht ohne Stolz: "Als die Queen 2015 im Adlon zu Gast war, haben wir die Dekoration für die Suite geliefert." In kleinen, bauchigen Gläsern hätten in den Badezimmern der Queen die cremefarbene "Denver", eine amerikanische Seerose und bei Prinz Philip die rote "Masaniello" gestanden. Letztere eine mehr als hundert Jahre alte Sorte aus Frankreich.
Derzeit gebe es wegen Corona Schwierigkeiten: "Wir sind fast ausverkauft", so Zilinski, der Pflanzen auch aus dem Ausland bezieht und in selbiges verkauft. Keine Flüge. Die Nachfrage sei groß: "Viele suchen jetzt Beschäftigung und haben Zeit." Die Farm öffnet daher nur nach telefonischer Anmeldung und wenn das Tor offen ist.