Für das Projekt Naturraum für Generationen (NfG) der Oegelner Fließ GmbH werden die ersten Bäume gepflanzt: Bis November sollen auf 50 Hektar insgesamt 183.000 Setzlinge in den Boden kommen – mehr wird folgen.

150 Hektar aufforsten für Tesla

Auf 750 Hektar Fläche will die NfG in den nächsten Jahren Maßnahmen zur Kompensation von Bauvorhaben umsetzen – mit geschütztem Grünland, Feuchtbiotopen und vorallem Mischwald auf insgesamt 450 Hektar der Fläche.
150 Hektar dieser Fläche wurden bisher dem Infrastrukturprojekt um die Tesla-Gigafactory in Grünheide zugeteilt. Auf den ersten 50 Hektar begann Anfang Oktober die Aufforstung.
Begonnen wurde mit den Kiefern, die circa 30 Prozent der Kultur ausmachen sollen. Die Pflanzung war eigentlich 14 Tage früher geplant, doch der Regen blieb aus – man entschied sich daher dafür, die Pflanzung zu verschieben.

Kiefern profitieren von feuchtem Boden

Nun profitieren die 50.000 Kiefern, die innerhalb von zwei Tagen auf insgesamt sieben Flächen bei Krügersdorf, Merz und Mixdorf gepflanzt werden, von feuchtem Boden. Klee, der eine Woche vorher auf der Fläche ausgesät wurde, unterstützt das Gelingen der Pflanzung zusätzlich: Er ahmt den Waldboden nach, reguliert die Feuchtigkeit und sorgt für das richtige Kleinklima. Bei der Umsetzung wurden spezielle GPS-gesteuerte Maschinen verwendet, doch letztlich waren menschliche Helfer unverzichtbar.
Im November, nach dem ersten Frost, folgen schließlich die 133.000 Laubbaumsetzlinge, die den aus ökologischer Sicht so dringend benötigten Mischwald schaffen sollen. Zusätzlich werden 22.000 Sträucher gepflanzt, um einen Waldrand zu schaffen.

Dürre-Sommer stellen große Gefahr dar

Doch Hitze, Trockenheit und Schädlingsbefall in den kommenden Jahren könnten das Gedeihen der jungen Kultur gefährden – wie will man dagegen vorgehen? Bei der Aufforstung war neben Geschäftsführer Axel Behmann und landwirtschaftlichem Dienstleister Blunk auch Hans-Jürgen Sturies dabei, der als erfahrener Förster das Team bei der Aufforstung berät: „Im ersten Jahr ist die Witterung besonders entscheidend: Kommen wir beim Treiben der Pflanzen in eine extreme Trockenphase, werden wir Schiffbruch erleiden, wenn wir dem nichts entgegensetzen können. Das haben wir 2018 vielfach erlebt. Da sind uns reihenweise Kulturen nahezu vollständig vertrocknet.“
Um dem möglicherweise geringen Niederschlag etwas entgegenzusetzen, ist deshalb geplant, die Flächen zu bewässern. „Wir überlegen, mit ‚angepassten Wasserfahrzeugen’, sprich umgebauten Güllefahrzeugen, zu bewässern. Drei Mal im Jahr wollen wir einen ‚guten Landregen’ von 25 bis 30 Millilitern rausbringen.“

Erlen-Schirm schützt vor Sonne

Des weiteren bieten die gepflanzten Erlen Schutz, wie es in einem Wald die älteren Bäume tun würden: Sie schaffen einen „Schirm“, der vor Hitze schützt. Doch damit nicht genug: „Wenn wir das erste Jahr überstanden haben, sind im nächsten Frühjahr Frost und Mäuse Risikofaktoren. Auch das Wild ist an den jungen Pflanzen natürlich interessiert – doch wir werden voraussichtlich alle Flächen einzäunen. Zehn bis zwölf Jahre müssen diese Zäune stehen. Zudem müssen die Zäune immer dicht gehalten werden gegen die Wildschweine, die sich sonst leicht durch den Zaun durchgraben können. Möglicherweise werden auch Sauenklappen eingebaut.“ Sauenklappen sind eine Art Katzenklappe für Wildschweine.
Trotz dieser Risiken ist das Team von NfG zuversichtlich. Geschäftsführer Axel Behmann: „Ich bin optimistisch, dass unsere Aufforstung erfolgreich sein wird. Wir gehen davon aus, dass bei der Abnahme der Fläche in fünf Jahren noch circa 75 Prozent der Bäume stehen. Ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz.“
Mehr zur Gigafactory von Tesla in Grünheide bei Berlin gibt es auf einer Themenseite.