Zur feierlichen Verleihung reiste Gunnar Heyne extra in den Süden Deutschlands. Beim Deutschen Naturpark-Tag in Fornsbach im Naturpark Schwäbisch-Fränkischer Wald durfte er eine Urkunde entgegennehmen. Der Naturpark Dahme-Heideseen ist zum zweiten Mal in Folge als Qualitäts-Naturpark ausgezeichnet worden. Das neue Zertifikat gilt bis zum Jahr 2024. "Wir haben 339,5 von maximal möglichen 500 Punkten erreicht", berichtete der Leiter des Naturparks Dahme-Heideseen danach stolz. Mindestens 250 seien nötig gewesen, um das Prädikat zu bekommen.
Im Vorfeld war ein Scout aus dem Fichtelgebirge in der Region zu Gast, um das Angebot und die Arbeitsweise vor Ort unter die Lupe zu nehmen. In der Naturpark-Verwaltung in Prieros gab es ein Gespräch mit zahlreichen Akteuren. Es folgte ein Ausflug in die Bugker Sahara, wo der Naturpark zuletzt ein von der Europäischen Union gefördertes Projekt abgeschlossen hat. Zuvor hatten die Naturpark-Mitarbeiter einen etwa 100 Seiten starken Fragenkatalog beantworten müssen, in dem es um Tourismus, Vernetzung und Projekte ging. "Das Zertifikat zeigt uns selber und auch nach außen, dass wir nach bestimmten Standards arbeiten und Qualitätsmerkmale einhalten. Es ist ein Aushängeschild für uns", sagt Astrid Osenbrück, im Naturpark zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit.
Kreisgrenze manchmal Barriere
Gleichzeitig habe es durch den Scout von außerhalb Anregungen für die künftige Arbeitsweise gegeben. So könnte die Netzwerkarbeit noch verstärkt werden. Dadurch, dass sich das knapp 600 Quadratkilometer große Gebiet des Naturparks auf zwei Landkreise verteile, gebe es an der Grenze zwischen Oder-Spree und Dahme-Spreewald manchmal auch eine Art Barriere, räumt Astrid Osenbrück ein. Fest integriert in die Arbeit ist hingegen die Stadt Storkow – und das, obwohl das Gebiet der Kernstadt eigentlich gar nicht Bestandteil des Naturparks Dahme-Heideseen ist – im Gegensatz zu sämtlichen Ortsteilen. Dennoch ist die Burg der Standort des Besucherinformationszentrums (BIZ) des Naturparks.
"Das hat sich bewährt, weil hier die meisten Touristen herkommen", sagt Astrid Osenbrück. Auch dadurch, dass sich das BIZ direkt neben der Tourist-Info der Stadt befinde, gebe es verstärkten Zulauf. "Wir haben jährlich 30 000 bis 35 000 Besucher und sind damit das am stärksten frequentierte BIZ von allen elf Naturparks in Brandenburg", sagt BIZ-Mitarbeiterin Sarah Mamerow, die ebenso wie ihre Kollegin Franziska Kowalsky bei der Stadt angestellt ist.
Im BIZ soll demnächst eine neue Dauerausstellung gezeigt werden, mit dem Boden als einem zentralen Thema. "Er ist eine oft unterschätzte, aber wichtige und endliche Ressource. Er ist quasi die Grundlage von allem", sagt Sarah Mamerow. Eine Rolle spielten dabei sowohl geologische Gegebenheiten als auch Spuren menschlichen Wirkens. Aber auch neue Sonderausstellungen sind auf der Burg geplant, unter anderem im nächsten Jahr eine zum Thema Elektro-Fahrräder. "Dadurch bleibt die Burg gleichzeitig ein attraktives Ausflugsziel", sagt Franziska Kowalsky. Fortgesetzt wird die Veranstaltungsreihe "Du und dein Garten im Naturpark". "Sie findet großen Anklang, wir hatten bereits rund 600 Teilnehmer", berichtet Sarah Mamerow.
Am anderen geografischen Ende seines Gebietes, im Bereich Oderin, startet der Naturpark eine Zusammenarbeit mit der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde. Auf diese Weise wird ein Eiszeitpfad mit Infotafeln bestückt.