Dass es traurig werden würde, stand bei der von Urban Luig speziell für die Uckermärkischen Bühnen geschriebene Kriminalkomödie nicht zu befürchten. Im Gegenteil, es wurde gelacht ohne Ende, nachdem in Ruhe die Vorspeise, laut Speisekarte eine "Mörderisch gute Kürbiscremesuppe", gelöffelt worden war. Nach der Pause folgte der Hauptgang: "Brust von der viel zu früh verstorbenen Ente, aufgefunden in unmittelbarer Nähe von rotem Kohl und Kugeln".
Die Geschichte handelte von der Versteigerung der letzten Habseligkeiten der letzten Markgrafen von Brandenburg, eines Zweigs der Hohenzollern. Die hatten tatsächlich in Schwedt ein Schloss, das 1982 gesprengt worden war und das die illustre Gesellschaft um die abgehalfterten Adligen mit Hilfe der Versteigerung wieder aufzubauen vorgaben. Aus ihren Reihen heraus fiel dann vor der Pause ein Schuss mit einem Toten. Wer das war, soll hier nicht verraten werden, denn auch auf der Speisekarte stand, "Das Dessert muss aus ermittlungstechnischen Gründen vorerst geheim bleiben!" Daran halten wir uns, denn Andreas Reichert versprach ob des Erfolgs: "Wir machen das noch mal, denn es gibt noch viele, die das gern auch miterleben wollen."
Statistenrollen zugeteilt
Was den Spaß ausmachte, war, dass das Geschehen auf der Bühne in der Jetztzeit abläuft so, als ob das Publikum ein Teil des Geschehens sei. Einige bekamen Statistenrollen zugeteilt. Es wurden mit viel Komik ein Porträtgemälde, die darauf abgebildete Halskette und beispielsweise ein Bügelbrett versteigert, das dem Markgrafen als Hilfe diente, nachts in die Gemächer der Mägde zu gelangen. Besonders die Kita-Erzieherinnen, die mit Dorothea von Hohenzollern an ihrem Tisch eine Séance abhielten, hatten ihr Vergnügen dabei.