Ohne Gegenstimme und mit einer Enthaltung haben die elf anwesenden Taucher Gemeindevertreter in ihrer jüngsten Sitzung für den Verzicht auf die Neuwahl eines hauptamtlichen Bürgermeisters für die Gemeinde Tauche gestimmt. In einem weiteren Beschluss mit dem selben Abstimmergebnis haben sich die Abgeordneten ferner dafür ausgesprochen, die Amtszeit von Gerd Mai für die Übergangsphase in die Mitverwaltung, das heißt um zwei Jahre, zu verlängern. Gerd Mai hat sich nach diesem Beschluss der Gemeindevertreter bereit erklärt, in die Verlängerung zu gehen.
Vor dem Entscheid in Tauche hatten die Stadtverordneten in Friedland mit ihrem Votum bereits ihren Beitrag zur Vorbereitung der geplanten Mitverwaltung geleistet: Die Abgeordneten votierten für die Aussetzung einer Neuwahl des hauptamtlichen Bürgermeisters und für die Fortsetzung der Amtsführung durch den amtierenden Bürgermeister Thomas Hähle für die Dauer von zwei Jahren. Hähle hat zugesagt, seine Amtszeit zu verlängern. Er ist auch Leiter der Arbeitsgruppe Kommunale Mitverwaltung. In dieser Funktion stand er den Taucher Abgeordneten bei deren jüngster Sitzung als Ansprechpartner zur Verfügung.
In Rietz-Neuendorf soll das Thema in der nächsten Gemeindevertretersitzung im März auf der Tagesordnung stehen, teilt die Verwaltung mit.
Hintergrund dieses zweistufigen Verfahrens in den Kommunalparlamenten ist, das die Amtszeiten der hauptamtlichen Bürgermeister Thomas Hähle, Olaf Klempert und Gerd Mai in diesem Jahr auslaufen. Daher stehen eigentlich in diesem Jahr in den betreffenden Kommunen Neuwahlen der hauptamtlichen Bürgermeister auf der Agenda. Als möglichen Termin für eine Neuwahl steht bisher der 1. September, der Tag der Landtagswahl, im Raum.
Mit einer Neuwahl würden die betreffenden Kommunen einen Hauptverwaltungsbeamten für die Dauer von acht Jahren wählen, er müsste während der gesamten Amtsperiode dann auch bezahlt werden.  Weil aber noch unklar ist, wie unter der Struktur des Mitverwaltungsmodells künftig Ämter und Aufgaben verteilt werden, wäre eine Wahl riskant.
Unterdessen haben die am Mitverwaltungsmodell interessierten vier Kommunen die Aufgabe, Grundsätze einer öffentlich-rechtlichen Vereinbarung zur Umsetzung der Mitverwaltung zu debattieren und dazu Vorschläge zu unterbreiten. Außerdem ist ein „Arbeitspapier“ im Umlauf, das schon zu zahlreichen Diskussionen geführt hat. Dabei ging es jedoch weniger um die Inhalte, als  um die Prozedur. Einigen Kommunalpolitikern erscheinen die in dem Papier enthaltenen Vorschläge wie bereits abgemacht, was sie laut dem Vorsitzenden der AG Mitverwaltung, Thomas Hähle, nicht sind. Auch Beeskows Bürgermeister  Frank Steffen widerspricht dem Eindruck, beim Mitverwaltungmodell sei „alles in Sack und Tüten“. Geklärt werden muss unter anderem, welche Aufgaben die Kommunen Friedland, Tauche und Rietz-Neuendorf an die Stadt übertragen wollen und welche Funktionen in den drei kleineren Kommunen verbleiben sollen. Die Reform der Verwaltung ist auch deshalb so kompliziert, weil Aufgaben und Personal in den Kommunen unterschiedlich zugeordnet sind, was die Vergleichbarkeit der Verwaltungsstrukturen erschwert.
So hat die Stadt Beeskow die Aufgaben der Schulhorte und Kitas an verschiedene Trägerorganisationen übertragen, die die Angestellten auf ihrer eigenen Lohnliste führen. In Friedland, Tauche und Rietz-Neuendorf ist das Personal von Hort und Kitas in der Kommune angestellt.