Der Beeskower Geher Hagen Pohle bereitet sich derzeit konzentriert auf seine erste Saison bei den Männern vor. Nach dem bereits absolvierten ersten Trainingslager in Südafrika geht es in einer Woche nach Spanien.
Viele neue Reize und Erfahrungen gibt es derzeit für Hagen Pohle zu verarbeiten. Der U-20-Europameister von 2011 steht vor seiner ersten Saison bei den Männern - und er muss dazu vor allem den Umstieg von den zehn Kilometern auf die 20 meistern. Dass dies keine leichte Angelegenheit ist, weiß auch Ronald Weigel: "Das macht schon einen riesigen Unterschied."
Der Bundestrainer, der zugleich Coach des Beeskowers ist, sieht diese Saison vor allem als Aufbaujahr für Hagen Pohle an. Und er liegt mit dem Athleten, der für den SC Potsdam startet, auf einer Wellenlänge, wenn es um die Chancen für die Teilnahme an den Sommerspielen in London geht. "Olympia kommt vielleicht ein Jahr zu früh für Hagen", sagt Weigel, der selbst 1988 und 1992 olympisches Edelmetall als Zweiter und Dritter in seinen Besitz gebracht hat. Dem 50-Kilometer-Weltmeister von 1983 ist für seinen Schützling vor allem wichtig, dass sich Hagen Pohle im nächsten Olympiazyklus kontinuierlich in Richtung Weltspitze entwickelt.
"Der Junge wird jetzt erst 20Jahre, da sollte man den Druck und die Erwartungen noch nicht zu hoch schrauben", erklärt Ronald Weigel. "Wenn es sich jetzt ergeben sollten, dass Hagen die Normzeit für London schafft, dann ist es gut. Wenn nicht, ist das überhaupt nicht schlimm."
Der Beeskower, der seit September eine Ausbildung bei der Sportförderung der Bundespolizei in Kienbaum absolviert, hat im Trainingslager in Südafrika und in dieser Woche in der Heimat die ersten beiden Male die Distanz von 35 Kilometern bewältigt. "Das war eine ganz neue Erfahrung für mich", sagt Hagen Pohle, der am 5. März seinen 20.Geburtstag feiert. "Und die Strecke im Trainingslager im südafrikanischen Dullstroom war sehr anstrengend, weil es viel bergauf und bergab ging. Die zweieinhalb Wochen Training auf rund 2000 Meter Höhe und bei 25 bis 30 Grad Celsius waren sehr intensiv und haben vor allem die Ausdauer geschult. Und es war trotz der Anstrengungen ein sehr schönes Erlebnis." Insgesamt hat der Geher bei seiner Südafrika-Premiere gut 450Kilometer unter die Füße genommen.
Im südspanischen Guadix, wo am 26. Februar das nächste zweieinhalbwöchige Trainingslager beginnt, kommen auch Tempo-Einheiten hinzu. "In der Winterphase ist es wichtig, die Grundlagen für die kommenden Wettkämpfe zu legen. Wir werden in Spanien einiges probieren", sagt Ronald Weigel, der darauf hinarbeitet, dass Hagen Pohle auch die 50 Kilometer in Angriff nimmt.
So richtig vorstellen kann sich dies der Beeskower, der von seinem Coach für Traingsfleiß und hundertprozentigen Einsatz in jedem Wettkampf gelobt wird, aber noch nicht. "Doch die ersten Schritte in diese Richtung sind gemacht", sagt Hagen Pohle. Beim ersten Wettkampf Ende März im chinesischen Taicang und am 22.April bei den Deutschen Meisterschaften in Naumburg stehen für den Beeskower, der auch dem SSV Rot-Weiß Friedland angehört, zunächst die 20 Kilometer auf der Tagesordnung. Seine Bestzeit (1:25:33Stunden) liegt noch knapp vier Minuten über der Olympianorm. Mitte Mai beim Weltcup im russischen Saransk könnte er vielleicht seine Wettkampfpremiere über 50 Kilometer geben.
Doch das oberste Ziel von Hagen Pohle lautet: "Ich möchte den Übergang in den Männerbereich gut hinbekommen. Alles andere wird sich dann schon ergeben."