Im Landkreis Oder-Spree ist ein erster Fall von Geflügelpest in einem Hausgeflügelbestand aufgetreten. Betroffen ist ein Tierbestand in Philadelphia, einem Ortsteil der Stadt Storkow (Mark). Das teilte die Kreisverwaltung am Montag mit. 9500 Pekingenten mussten getötet werden.
Laut Mitteilung hatte der Tierhalter selbst Untersuchungen ausgelöst, weil er der Ursache von Verlusten auf den Grund gehen wollte. Dabei kam der Verdacht auf die Vogelgrippe, das aviäre Influenzavirus, auf. Amtliche Beprobungen des kreislichen Veterinär- und Lebensmittelamtes (VLÜA) durch das Landeslabor Berlin-Brandenburg und das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) differenziert bestätigten den Verdacht. Damit wurde der Ausbruch der hochpathogenen aviären Influenza, Subtyp H5N8 am 13. März 2021 amtlich festgestellt.
Insgesamt 9500 Pekingenten mussten demnach tierschutzgerecht getötet und entsorgt werden. Die betroffenen drei Ställe müssen nun gereinigt und desinfiziert werden. Eine entsprechende Tierseuchenallgemeinverfügung ist bereits erlassen. Sie ist auf der Homepage des Kreises einsehbar und wird am Mittwoch in den entsprechenden Printausgaben der Märkischen Oderzeitung veröffentlicht.

Vogelpest-Sperrkreis von drei Kilometern um Ställe

In einem Radius von drei Kilometern um die Ställe wird ein Sperrbezirk ausgewiesen, im Radius von zehn Kilometern ein Beobachtungsgebiet, so der Landkreis. In diesen Gebieten darf Geflügel nur noch in Ställen gehalten werden. Sie müssen bestmöglich vor dem Geflügelpest-Virus geschützt werden. In den Restriktionsgebieten ist auch die Jagd auf Geflügel verboten.
Zur Allgemeinverfügung gehören zur besseren Übersichtlichkeit auch entsprechenden Karten. Diese stehen ebenfalls auf der Website des Landkreises.
Seit Anfang November 2020 tritt deutschlandweit und zunehmend auch in Brandenburg der Erreger der „hochpathogenen aviären Influenza“ (Geflügelpest) bei Wildvögeln auf - in den vergangenen Wochen vermehrt auch in Nutzgeflügelhaltungen und Vogelbeständen von zoologischen Einrichtungen. Das Friedrich-Löffler-Institut schätzt das Risiko eines Eintrags von Geflügelpesterregern durch Wildvögel als hoch ein.
Durch den Landkreis Oder-Spree wurde deshalb am 12. Dezember 2020 eine „Tierseuchenallgemein-verfügung mit einer risikobasierten Aufstallungsanordnung“ erlassen. „Die Überwachungsmaßnahmen zu tot aufgefundenen oder kranken Wildvögeln wurden verstärkt, um das Risiko einer Ausbreitung der Geflügelpest in die Nutzgeflügelbestände zu reduzieren“, heißt es in der Mitteilung weiter..
Alle Geflügelhalter werden aufgefordert ihre „Biosicherheitsmaßnahmen“ zu überprüfen und zu verstärken. Tote Wildvögel können über die Hotline 03366 35-2020 des VLÜA gemeldet werden.
Mehr zur Geflügelpest in Brandenburg gibt es auf einer Themenseite.