Sie ist elf Jahre alt. Liebt Tiere. Vor allem Pferde. Und Bücher. „Aber nicht Fantasie-Romane“, schränkte am Sonnabend, kurz nach 17 Uhr, Lucia Gründer von der Freien Montessori Grundschule Hangelsberg ein. Gerade wurde das Mädchen, das mit Mutter Anke und Vater Knuth zum Vorlesewettstreit auf die Burg Beeskow kam, zur Siegerin gekürt.
Die 14 besten „Leseratten“ zwischen Erkner und Neuzelle, Müllrose und Beeskow lasen auf der dreistündigen Veranstaltung  im ersten Teil aus selbstgewählten Kinderbüchern. „Quasi ein Heimspiel. Denn jeder der Teilnehmer – 13 Mädchen und ein Junge. Die 15. Qualifizierte aus Tauche ist leider erkrankt – liest eine drei bis fünf Minuten lange Passage aus einem Buch eigener Wahl“, informierte Wettstreit-Chefin Marina Aurich vom Kultur- und Sportamt des Kreises das Prozedere.
„Entscheidend wird Teil 2 des Wettstreits sein: Da lesen alle Teilnehmer fortlaufend bis zu drei Minuten aus dem gleichen Buch vor. Gewertet wird in den drei Kategorien Textverständnis, Lesetechnik und Textgestaltung“, erläuterte Kurt Sinske. Der Buchhändler von Hugendubel Cottbus gehörte ebenso zur Jury wie Burgschreiber Sascha Macht, dessen Amt im März endet.
Ja, sagte der Frankfurter, die Teilnehmer dieses Lese-Wettstreits hätten ihre Lieblingsbücher hervorgeholt, fleißig geübt und vorgelesen. „Für mich ist interessant: Wer hatte die klarste Stimme? Bei wem saßen die Betonungen am besten? Wem hörte man am liebsten zu? Wer kommt zusätzlich mit einem unbekannten Text am besten zurecht?“ Auch für ihn war am Ende klar: „Lucia Gründer aus Hangelsberg war tatsächlich die Beste.“ Bestnoten bekam auch Merle Ziehe aus Krügersdorf. Sie umrahmte die  Veranstaltung mit ihrem Klavierspiel, darunter ein selbst komponiertes Stück, das unter die Haut ging.
Deutschlandweit haben in diesem Schuljahr wieder mehr als 600 000 lesebegeisterte Schüler der 6. Klassen am bundesweiten Lesewettstreit teilgenommen. Er wird seit 1959 vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels durchgeführt und steht unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten. Öffentliche Aufmerksamkeit für das Kulturgut Buch zu erregen, Leselust zu wecken und die Lesekompetenz von Kindern zu stärken, sind dabei zentrale Anliegen. Die Etappen führen über Stadt-, Kreis-, Bezirks- und Länderebene bis zum Bundesfinale am 26. Juni in Berlin.
Was ist aus den ehemaligen Teilnehmern geworden? Was machen sie heute? Aus Anlass des 60. Vorlesewettbewerbsjahres ruft der Börsenverein des Deutschen Buchhandels alle Ehemaligen auf, sich zu melden. Unter allen Mitmachern werden eine Reise für zwei Personen zum Finale des 60. Vorlesewettbewerbs 2019 in Berlin sowie Büchergutscheine verlost. Mehr Infosunter alumni@vorlesewettbewerb.de

Die Teilnehmer

Ruth Allmann (Gymnasium Erkner), Rocco Arndt (Storchenschule Schöneiche), Anna David (Müllrose), Lucia Gründer (Montessori Grundschule Hangelsberg), Helena Herzog (Fünfeichen), Emilia Hoffmann (Schweitzer-Gymnasium Eisenhüttenstadt), Annique Lehmann (Europaschule Storkow), Annabelle Meier (Spreenhagen), Luisa Müller (Friedland), Marie Reichardt (Grundschule an der Stadtmauer Beeskow), Frieda Rochlitz (Schule des Friedens Görzig), Marie Silwedel (Grundschule am Fasanenwald Neuzelle), Thyra Wagner (Lindenberg), Charlotte Zels (Bernhardinum Fürstenwalde)