Ein Waldbrand, der am Vormittag in der Lieberoser Heide entdeckt worden war, droht sich auszubreiten. Das Feuer lodert nach Angaben des brandenburgischen Waldbrandschutzbeauftragten Raimund Engel auf der Großen Zehme – einem trockengefallenen Moor nahe Butzen, einem Ortsteil der Gemeinde Spreewaldheide – und breite sich schnell in Richtung Norden aus. Ortschaften und Menschen seien nicht in Gefahr, sagte eine Sprecherin des Landkreises Dahme-Spreewald.
Nach Engels Angaben vom Montagnachmittag stehen sechs Hektar in Flammen. Zunächst war die Rede von zehn Hektar. Ein Hubschrauber mit Wärmebildkamera hatte das Gebiet zur genauen Lageerkundung am Mittag überflogen. Danach hatte die Landespolizei die Zahl nach unten korrigiert.
Die Feuerwehr versucht mit einem Großaufgebot, den Brand einzudämmen. Nach Angaben der Leitstelle Lausitz sind derzeit 36 Fahrzeuge vor Ort; weitere seien angefordert, sagte eine Sprecherin am Nachmittag. Inzwischen sei auch ein Löschhubschrauber der Bundespolizei im Einsatz, berichtete Raimund Engel.
Die Arbeiten werden erschwert, weil das Gebiet kampfmittelbelastet ist. „Aus Gründen der Vorsicht kommen die Kameraden dort nicht rein“, erklärte der Waldbrandschutzbeauftragte. Der Brand soll dennoch auch vom Boden aus unter Kontrolle gebracht beziehungsweise gelöscht werden. Dazu soll Löschwasser, das durch ein Schlauchsystem entlang des Bodens gepumpt wird, die Flammen einkesseln, wie die Sprecherin der Leitstelle weiter erklärte.
Mit Tanklöschfahrzeugen kämpft die Feuerwehr gegen den Waldbrand in der Lieberoser Heide.
Mit Tanklöschfahrzeugen kämpft die Feuerwehr gegen den Waldbrand in der Lieberoser Heide.
© Foto: Sven Schuster
In Abstimmung mit dem Landkreis hat die Einsatzleitung den Brand als Großschadenslage eingestuft. Kreisbrandmeister Christian Liebe, zugleich Einsatzleiter, beschreibt die Situation so: „Aufgrund der ungünstigen Windverhältnisse breitet sich das Feuer aus. Wir arbeiten mit allen Kräften an der Bekämpfung des Feuers.“
Wie Einsatzleiter Christian Liebe berichtet, sind sieben Tanklöschfahrzeuge über Nacht geblieben. Ein Hubschrauber hatte einen Defekt und war somit nicht mehr einsatzbereit. Die Telekom musste außerdem ein Funkmast aufbauen, da dort das Netz nicht zur Verfügung stand.
Auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz in der Lieberoser Heide loderte ein Feuer Ende Juni 2019 auf 100 Hektar. Die Gefahr von Bränden dort bleibt bei der großen Trockenheit und den derzeitigen Temperaturen hoch.
Brandenburg hat den größten Anteil an munitionsbelasteten Gebieten in Deutschland. Es gibt Konversionsflächen – Gebiete, die vom Abzug der russischen Truppen belastet sind – sowie einst militärisch genutzte Flächen. Auf 350.000 Hektar werden immer noch Kampfmittel aus dem Zweiten Weltkrieg vermutet.